Bonn: bvse veranstaltete Tag der Ladungssicherheit für die Recycling- und Entsorgungswirtschaf in Paderborn

 

Gefährdung durch unzureichend gesicherte Ladung wird oft unterschätzt

(Bonner Presseblog) Bonn: Ende September veranstaltete der Ausschuss Logistik und Technik des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. in Paderborn zusammen mit der DEKRA, Bielefeld einen Ladungssicherheitstag für die Branche. Bei strahlend blauem Himmel konnten 12 Aussteller, darunter acht der namhaftesten Aufbautenhersteller sowie vier Spann- und Zurrmittelhersteller, ihre Produkte auf dem Außengelände des ADAC Sicherheitstrainingsgeländes den gut 100 Teilnehmern präsentieren.

bvse-Ausschussvorsitzender Rolf Augustin eröffnete die parallel zur Ausstellung verlaufende Vortragsveranstaltung und zeigte sich erfreut über die unerwartet hohe Teilnehmerzahl bei der ersten bvse-Veranstaltung dieser Art. Das spannende Vortragsprogramm, bei dem alle für die Branche kritischen Fragen der Ladungssicherheit beleuchtet wurden, fand bei den Teilnehmern großes Interesse.

Antworten auf drängende Fragen zur Ladungssicherheit Ralf Schöne von der Intakt Transportberater e.K., Hamburg gab wertvolle Tipps für die Ladungssicherheit für den in den vergangenen Jahren rasant zunehmenden Versand via Container in Drittländer. Er sprach unter anderem über die besondere Verantwortung des Beladers für die Ladungssicherheit im Seeverkehr bis das der Empfänger im Drittland die Ware übernimmt.

Heiko Fringes von der BAG Münster stellte aus seiner Sicht die Erkenntnisse zur Abfallsicherung dar, und würzte seinen Bericht mit Fällen aus dem Alltag der Kontrollbehörde. Über die Bedeutung von Ladungssicherungsmitteln beim Abfalltransport referierte Wolfgang Müller von der SpanSet, Übach-Palenberg, da insbesondere die Frage nach der Sicherung durch Spann- und Zurrmittel eine zentrale Frage der Ladungssicherheit ist.

Aus Sicht der DEKRA, die unter anderem an den Vorschriften für Absetzbehälter kritisch mitarbeitet, erläuterte Hans Klabunde von der DEKRA Oranienburg die Ladungssicherheit von Absetzbehältern, die im Ladungsverkehr der Recycling- und Entsorgungsbranche eine entscheidende Rolle spielen.

Interessant für die Zuhörer waren die von Jürgen Kluge von der Polizei in Osnabrück vorgetragenen Kriterien zur Untersagung des Weiterfahrens, da diese Kriterien von der Branche sehr oft als willkürlich empfunden werden.
Die Diskussion zwischen den beiden Lagern – Kontrolle auf der einen Seite und Verantwortung auf der anderen – brachte wichtige Erkenntnisse, so dass beide Seiten von der Veranstaltung profitieren konnten.

Den besonderen Probleme beim Altpapiertransport widmete sich Karten Wulhorst von der DEKRA Bielefeld und hatte seinen Vortrag mit praktischen Beispielen ?gewürzt?. Hauptproblem der Ladungssicherheit sind schlecht verpresste Ballen, ungeeignete Auflieger und unzureichende Spann- und Zurrmittel.

Die Gefährdung nicht ausreichend gesicherter Ladungen wird dennoch in der Branche allgemein unterschätzt. Ziel der Veranstaltung war es, eine Sensibilisierung für die Notwendigkeit einer gut gesicherten Ladung zu schaffen.

Höhepunkte  praktische Anwendungen
Den Höhepunkt der Veranstaltung bildeten daher praktische Anwendungen. So zeigte die bvse-Mitgliedsfirma Augustin Entsorgung einen mit Sonderabfällen bzw. gefährlichen Abfällen ihrer Tochterfirma H. Sonntag, Herzlake ordnungsgemäß beladenen LKW. Bei der Beladungseinrichtung wurden die DEKRA-Anweisungen umgesetzt, so dass mit einfachen Mitteln die optimale Sicherheit gewährleistet wird. Wichtig waren hierbei die DEKRA-Hinweise zu Spielräumen zwischen Ladungsträgern und Aufbauwandungen ohne Einfluss auf die Verkehrssicherheit.

Breites Interesse fand bei den Teilnehmern die von der DEKRA Bielefeld wissenschaftlich begleiteten vor Ort durchgeführten Fahrversuche. Das bvse-Mitgliedsunternehmen Grumbach GmbH & Co. KG, Harsewinkel hatte freundlicherweise einen nach Anweisungen der DEKRA mit diversen Altpapierballen beladenen LKW zur Verfügung gestellt. Die Versuche zeigten erstaunliche Ergebnisse, da bereits bei einer Geschwindigkeit von 35 – 40 km/h und einem plötzlichen Abbremsmanöver je nach Verpressung und Art der Beladung deutliche Verschiebungen der Ballen sichtbar wurden.

Fazit
Wolfgang Bühren von der DEKRA Bielefeld fasste die Versuchsreihen zusammen und stellte fest, dass die in der Branche verstärkt zum Einsatz kommenden Curtainsider in Bezug auf die Ladungssicherheit teilweise durchaus kritisch zu betrachten sind. Nur allein durch formschlüssige Beladung kann überwiegend keine ausreichende Ladungssicherheit erzielt werden; um sie zu erreichen, bedarf es zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen. Der Auflieger muss mit entsprechenden Ladungssicherungshilfsmitteln so vorbereitet werden, dass er die bestehenden Vorschriften der Ladungssicherheit erfüllt. Mit zusätzlichen Hilfsmitteln und/oder der auftretenden Ladungsgutsbelastung angepassten Rungen kann die notwendige Stabilisierung erreicht werden. Die von der DEKRA für solche Maßnahmen durchgeführten Zertifizierungen erweisen sich als extrem praxistauglich und behördensicher.

Sowohl die anwesenden Behördenvertreter als auch die DEKRA mussten jedoch einräumen, dass insbesondere bei der Ladungssicherheit für den Transport von Altpapier der Weisheit letzter Schluss noch nicht gefunden wurde.

Die von den Kontrollbehörden erhobene Forderung formschlüssig zu laden und die obersten Ballen neben der üblichen vertikalen Verdrahtung zusätzlich horizontal zu verdrahten, bemängelte Ausschussvorsitzender, Rolf Augustin, als praktisch nicht durchführbar. Er wies darauf hin, dass die Papierfabriken auf Grund ihrer Logistik weder ohne jegliche Lücke formschlüssig geladene Ballen vom LKW holen, noch die zusätzlich verdrahteten Papierballen über das existierende automatische Öffnungsverfahren lösen können. Hier stehen die Anforderungen der Abnehmer ganz klar den theoretischen Vorstellungen der Ladungssicherheit entgegen.

Die DEKRA hat die praktischen Einwände entgegengenommen und erklärte sich bereit, gemeinsam mit den bvse-Mitgliedern, wirtschaftliche und praktikable Lösungen zu suchen.

Beteiligte Aussteller:

Wistra GmbH
Schmitz Cargo Bull AG
Ellermann GmbH
BSW GmbH
Hüftermann Transportsysteme GmbH
Strenge Gmbh & Co. KG
VDL Containersysteme bv
Hydraulik Gergen GmbH & Co. KG
Wilhelm Schwarzmüller GmbH
Palfinger GmbH
Dr. Thiel Umwelttechnik GmbH
Georg Hyva GmbH

bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.
Hohe Straße 73
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11.11.2009 | 17:45 | Autor: bonner-presseblog.de | unterschiedliche Besucher: 50 | 77 mal gelesen

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