Bonn: Nimptsch, Naujoks, Schilling, Klein – muss das alles sein!
(Bonner Presseblog) Bonn: Bonn ist arm dran. OB Nimptsch hat seine liebe Mühe vor 350 Zuhörern des Colloqium Humanum einen Argumentationsspagat zwischen „JA-JA zum Beethovenfestspielhaus“ und „Nein- Nein zum Beethovenfestspielhaus“ hinzulegen.
Zwischen persönlichem Wunsch (Haftung ausgeschlossen) und brutaler Wirklichkeit wird Argumentationssalat gereicht. Der OB vergisst, dass man nicht nach Köln schauen muss, um ein Projekt zu finden, das „durchgedrückt“ werden sollte, sich aber durch einen Bürgerentscheid in Luft auflöste. Das gescheiterte Brune/Concepta Projekt am Bonner Bahnhof lässt grüßen nach dessen Aus Frau Dieckmann ein eigenartiges Demokratieverständnis zeigte.
Herr Nimptsch, ihr Nachfolger, zaubert schnell einen Schuldigen aus dem Hut, wenn danach gefragt wird, wie er seine großen Worte vom „persönlichen Bekenntnis zum Beethovenfestspielhaus“ denn umsetzen wolle: die Gemeindeordnung, will sagen der Wille des Bürgers stehe dagegen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!
Noch merkwürdiger, die Gemeindeordnung war im Zuge des WCCB in bestimmten Situationen zur reinen Makulatur verkommen: Rat nicht unterrichtet, einsame Entscheidungen hinter verschlossenen Türen, Bürger an der Nase herumgeführt und Millionen vergeigt, und plötzlich entfaltet diese, unser aller Gemeinde – Ordnung, eine ungeheure Kraft!
Auch die Anwesenheit des SMI Hyundai Architekten Hong und des WCCB Management Geschäftsführers Matthias Schultze im Rat während der „Wahrheitsfindungssitzung“, die dann im Eklat endete, soll ein Verstoß gegen die Gemeindeordnung gewesen sein. Deshalb, lieber OB: Augen zu und durch! Her mit dem Beethovenfestspielhaus, wir folgen Dir…
Zeitgleich ein weiterer Argumentationssalat, angerichtet vom Amt Frechen: „Durch den lang anhaltenden und für unsere Breitengrade harten Winter“, kommt es durch den hartnäckigen Frost zu tief greifendem Frust auf den städtischen Tiefbaustellen“.
Ob die Winter vorher zu milde oder der letzte zu hart war, das wagen selbst Meteorologen nicht zu sagen. Das hängt natürlich vom Ort der Messung ab. Fest steht, dass es Temperaturausreißer gegeben hat, die Temperaturmittel aber nicht extrem schwankten. Die Winter 95/96 und 96/97 waren noch kälter.
Erklärung der Wetterexperten: „gefühlte Kälte“, d.h. das Presseamt argumentiert mal wieder munter subjektiv drauflos und macht Stimmung „pro domo“.
Außerdem, was passiert eigentlich bei anhaltend schönem Wetter? Arbeitet dann das Tiefbauamt schneller? Kein Mensch will Herrn Bergmann im milden Rheinland verhauen. Das Problem liegt woanders.
„Oberamtsleiter“ Naujoks verkündete in der Vergangenheit stets, dass Kosten und Termine eingehalten würden. Alles purer Unfug, wie man jetzt bei der Sammelmeldung, beim Melbbad – Skandal und an der Kennedybrücke sieht. Erwartungshaltungen aufbauen und etwas (politisch) versprechen, was man (sachlich) nicht halten kann, erzeugt Frust. Und nun, bei so vielen „Unvollendeten“ bleibt Bonns „Obergarantierer“ stumm…
Und dann: Wilfried Klein. Gottlob, der Karnevalsprinz ist zurück und meldet sich in Sorge um Bonn gleich zweimal, im Generalanzeiger und im WDR, denn „Der WCCB – Manager soll weg“.
Unverantwortlich beklagt Klein die „Säuberungsaktion“ von Schwarz – Grün und wirft sich vor den Geschäftsführer der insolventen WCCB – Management GmbH, Matthias Schultze, der gehen soll.
Der SPD Fraktionsvorsitzende, der in der Typologie des WCCB – Desasters dem „System Dieckmann“ zugeordnet wird, tut etwas, wofür er berüchtigt ist: er schießt ein Eigentor.
Dem Dransdorfer ist häufig jedes Mittel recht, wenn er dreinschlagen darf. In diesem Fall wirft er sich jedoch vor einen fahrenden Zug, denn keiner versteht, warum ein Geschäftsführer und Mitinhaber, in dessen Buchhaltung massive Merkwürdigkeiten zu finden sind und der u.U. mitverantwortlich ist, für massive Baukostensteigerungen weiter auf seinem Posten bleiben soll.
In der freien Wirtschaft sitzt ein solcher Mensch schnell auf der Strasse. Der zweite Zug, der gerade Herrn Klein überrollt, ist die Querverbindung zu Ex .- Ratsherr Martin Schilling (SPD).
Im Verbund agierten der SPD Fraktionsvorsitzende und der SPD Wirtschaftssprecher Schilling pro Stadthaus Abriss, das in die Gronau, Richtung WCCB verlagert werden soll.
Zufällig war auch dort vor Jahren das Convention Bureau des SPD Lokalpolitikers eingezogen, von dem man bis heute nicht weiß ob und wie viel Miete gezahlt wurde.
Das Convention Bureau des Ex – Ratsherren, vermutlich nicht nur ein milder Wortklau des GermanConventionBureau (Schultze engagierte sich dort im Marketingausschuss), war mit der der WCCB Management GmbH (Schultze/Thielbeer), der Agentur Kreativ Konzept (Schilling /Schmuck) und der Rheinlobby (Schilling/Schultze) so etwas wie eine Agglomeration, in der neben den regulären Einnahmen auch 1,6 Millionen Euro an Betriebsmitteln aus Steuergeldern „umflossen“.
Wenn jetzt der Insolvenzverwalter von großen Lücken, unvollständiger Aktenlage, „unregelmäßigen Abflüssen“ (iihgitt) und „Nichtbuchungen“ spricht, dann hätte Herr Klein besser geschwiegen, denn nun sieht es verflucht danach aus, als wenn er wieder als Nebelkerzenwerfer (seine zweite Lieblingsrolle?) fungieren würde.
Den Beteiligten des Desasters in dem der Aktenschredder eine gewisse Rolle gespielt hat, sollte man eine Auszeit gewähren. Zu vermuten ist, dass bei der Razzia am 15.09.2009 auch die Büroräume von Herrn Schilling durchsucht worden sind der natürlich keine Interessenverquickung sieht.
Bei dieser Nähe zur WCCB – Management GmbH, die aus der UNCC – Betreibergesellschaft hervorgegangen ist, würde ein gewiefter Politiker andere Schlüsse als Herr Klein ziehen. Die Betreibergesellschaft hatte zudem Herrn Kim noch eben mal schnell 40.000 Euro als Beraterhonorar hinterherüberwiesen, als das Kind schon im Brunnen lag.
Ob Matthias Schultze und Michael Thielbeer sich das Gehalt erhöht haben sollen – beide streiten das ab, ist bei den versandeten Millionen eher unerheblich und dürfte nur die Staatsanwaltschaft Bonn interessieren.
Insider wissen jedoch, dass Matthias Schultze bei Anfragen für Tagungen natürlich auch die Agentur Kreativ Konzept des SPD Wirtschaftssprechers Schilling ins Spiel gebracht, manche sagen sogar „aufs Auge gedrückt“ hat.
Solche „Deals“ (alles aus einer Hand) unter Geschäftsfreunden, (Schilling und Schultze kannten sich noch aus der Gegenbauer – Betreiberphase), sind ja nicht unüblich, alles ist eben immer eine Frage des Kontextes.
Der stinkt hier so zum Himmel, dass es für das Verhalten des SPD – Fraktionsvorsitzenden nur eine Erklärung gibt: er muss sich als Karnevalsprinz bei dem „lang anhaltenden und für unsere Breitengrade harten Winter“ furchtbar erkältet haben, und riecht deshalb absolut nichts mehr.
Geändert hat sich aber auch etwa anderes.
Die Presse, derer sich der SPD Mann früher immer sicher sein konnte, macht das Spiel nicht mehr mit. Sein Schützling Schultze, ganz in der Opferrolle, wurde vom Generalanzeiger der Mogelei überführt: „Er (Schultze) habe davon offiziell erst am Dienstag aus der Zeitung erfahren, teilte er mit. Wie der GA jedoch aus sicherer Quelle erfahren hat, ist Schultze bereits am Montagabend, einige Stunden nach der Entscheidung von CDU und Grünen gegen ihn, darüber informiert worden“.
Während es Herr Klein an der Nase hat, scheint Herrn Schultze der „harte Winter“ an die Ohren gegangen zu sein. Den Bonnern geht das Ganze – auch ohne Winter – langsam so was von auf den Keks, dass die Bonner SPD Kandidaten Hendricks und von Grünberg bei der kommenden Landtagswahl neben der „Roten Rolle rückwärts – Politik trifft auf Wirklichkeit“ noch etwas ganz anderes fürchten müssen: die Vergangenheit der „Bonn – Partei“:
Politik trifft auf Strafgesetz!
18.03.2010 | 18:34 | Autor: Riemann | Empfehlungen: 110 | 1528 mal gelesen


















Kommentare
Huch, da ist ja noch was:
http://bonner-presseblog.de/2010/03/18/bonn-kommentar-ex-ob-barbel-dieckmann-spd-ratsfraktion-und-123-milliarden-euro-schulden/
Linkomat am 18. März 2010 @ 19:06
Apropos Stadthaus: Herr Nimptsch möchte auch da eine Bürgerbefragung, obwohl keine “belastbaren Zahlen auf dem Tisch liegen”, so wie das die Grünen fordern.
http://www.bonn.de/rat_verwaltung_buergerdienste/topthemen/09220/index.html?lang=de
Was soll das denn? Warum glaubt Herr Nimptsch, hat man ihn wohl gewählt???
Nele S. am 19. März 2010 @ 10:37
Stimmt nicht ganz, Nele. Die SPD will Bürgerbeteiligung, aber verlangt zunächst die Zahlen. Insofern ist Herr Klein zurückgerudert. Die Frage ist, warum er nicht seinen Parteifreund Naujoks in den Allerwertesten tritt, denn der liefert seit Jahren einfach nichts ab. War wohl zu sehr beschäftigt mit dem Controlling beim WCCB.
Kritischer Zeitgenosse am 19. März 2010 @ 10:45
Ich mach für heute Schluss, Cannes war anstrengend und derJürgen war ganz glücklich.
Nett, diese R.-länder!
http://bonner-presseblog.de/2010/03/18/bonn-oberburgermeister-jurgen-nimptsch-zur-diskussion-um-die-interimsleitung-der-wccb-management-gmbh
Cannes der sich nicht mal outen?
der Jürgen am 19. März 2010 @ 16:30
Zum Thema Verstoß gegen die Gemeindeordnung: ich kann mich erinnern, dass die Stadtverordneten Dr. Johannes Gröner und Barbara Ingenkamp einen Dringlichkeitsantrag einbrachten wegen der ständigen Anwesenheit der heute überführten Ganoven.
Nach einigem Suchen habe ich die entsprechenden Dokumente 0912371 (http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/09/0912371.htm) und
0912314TO (http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/09/0912371.htm) auf Yahoo gefunden.
Wer sich des überheblichen Getues von Frau Dieckmann ihrer Ex – Parteigenossin Ingenkamp gegenüber erinnert, der hat mit der EX – OB kein Mitleid mehr. In ihrem Größenwahn muss ihr irgendwann alles egal gewesen sein.
Der Spruch von Frau Dieckmann:” ohne Betrüger gäbe es keinen Betrug”, fällt nun auf sie selbst zurück.
Schämen dürfen sich auch die bedenkenlosen Mitjubler am Ende der Ära Dieckmann, allen voran unsere kirchlichen Würdenträger, welche die Almosen einsteckten. Hier wiederholt sich doch die gleiche Verlogenheit wie bei den Missbrauchskandalen.
Das musste mal gesagt werden von einer weiteren Ex – Parteigenossin.
Anonyma 13 am 19. März 2010 @ 17:35
Da habe ich mich doch verheddert, hier ist das zweite Dokument:
http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/09/0912314TO.htm
Anonyma 13 am 19. März 2010 @ 17:51
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