Potenziale werden in Schulen zu wenig gefördert
(Bonner Presseblog) Sprachliche Vielfalt: Potenziale werden in Schulen zu wenig gefördert
Der Anteil an kultureller Vielfalt steigt kontinuierlich, demzufolge nimmt auch der Anteil an SchülerInnen zu, die mehrsprachig aufwachsen. Wie Studien belegen wird durch die Beherrschung der Muttersprache das Erlernen einer Zweitsprache wesentlich erleichtert. Um den deutschen Spracherwerb zu vereinfachen und zu fördern, ist daher der sogenannte Herkunftssprachliche Unterricht von elementarer Bedeutung. Aus integrationspolitischer Sicht ist das Angebot des Herkunftssprachlichen Unterrichts zudem ein wichtiges Signal an die Eltern und SchülerInnen mit Migrationshintergrund, dass ihre kulturelle Unterschiedlichkeit in Form der sprachlichen Identität wertgeschätzt und als Chance erkannt wird.
In Zeiten der Internationalisierung ist die Mehrsprachigkeit ein besonderes Potenzial, dass es gerade in einer „Internationalen Stadt“ weiter auszubauen gilt. Die Förderung der Muttersprache ist demnach nicht nur von sozialer und interkultureller, sondern auch von ökonomischer Relevanz.
Die BIG Partei setzt sich dafür ein, dass das vorhandene Angebot an Herkunftssprachlichem Unterricht an den Bonner Schulen bedarfsorientierter ausgerichtet und weiter ausgebaut wird. Gemeinsam mit der Fraktion DIE LINKE wurde die Verwaltung gebeten eine Bestandsaufnahme des Herkunftssprachlichen Unterrichts in Bonn zu erstellen (Entwicklung von Angebot und Nachfrage, Anzahl der erfolgreich absolvierten Sprachprüfungen, Art von Information und Werbung,…).
Durch die Erfassung des Ist-Zustandes könnten aus Sicht der Antragsteller leichter Wege gefunden werden, um das muttersprachliche Angebot in Bonn effektiver auszurichten. Wesentlicher Bestandteil des Antrages war die Beauftragung der Verwaltung, mögliche Kooperationsformen mit der RAA, der VHS und anderen Trägern und Initiativen aufzeigen, um das Angebot in Bonn bedarfsgerechter gestalten zu können. Vorhandene Sprachangebote wie z.B. Russisch, Polnisch, Türkisch, Arabisch und Kurdisch könnten erweitert und Sprachen wie u.a. Swahili neu aufgenommen werden. Aussagen der Bezirksregierung Köln bestätigen, dass Entscheidungen dieser Art auf kommunaler Ebene getroffen werden müssen.
Im Integrationsrat wurde dem Antrag einstimmig zugestimmt, im beschlussfähigen Hauptausschuss wurde der Antrag jedoch von allen Fraktionen, auch von denen, die im Integrationsrat noch dafür gestimmt hatten, abgelehnt. Stadtverordnete Hülya Dogan hatte eingangs leider erfolglos darum gebeten, zumindest mögliche Kooperationsformen mit Bonner Organisationen prüfen zu lassen, um das Sprachangebot für die zahlreichen SchülerInnen mit Migrationshintergrund weiter ausbauen zu können (siehe Ziffer 2 des Antrages).
Die BIG Partei ist überzeugt davon, dass der Herkunftssprachliche Unterricht ein wesentlicher Baustein einer chancengerechteren und erfolgreichen Zukunft ist, in der die Vielfalt und Unterschiedlichkeit tatsächlich als eine Chance erkannt wird. Die sprachliche Vielfalt ist ein Potenzial, von dem gerade Bonn als „Internationale Stadt“ profitieren kann. Ein effektives Angebot an Herkunftssprachlichem Unterricht ist zudem ein wesentlicher Schritt auf dem eingeschlagenen Weg zu einer inklusiven Bildung. Das Verhalten der Fraktionen lässt jedoch befürchten, dass die Mehrsprachigkeit noch nicht wirklich als ein wichtiges Potenzial erkannt wird.
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BIG Partei
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Tel.: 0228 / 77 40 60
22.05.2012 | 10:29 | Autor: BIG Partei |

















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