Frauenrechtlerin statt Steigbügelhalter Hitlers
(Bonner Presseblog) Zum Bürgerantrag zur Aberkennung der Ehrenbürgerwürde von Paul von Hindenburg und zum Änderungsantrag der Linksfraktion erklärt Dr. Michael Faber, Vorsitzender der Linksfraktion Bonn:
Frauenrechtlerin statt Steigbügelhalter Hitlers
Die Linksfraktion unterstützt den Bürgerantrag1 zur Umbenennung von Hindenburgalleeund –platz sowie zur Aberkennung der Ehrenbürgerschaft des früheren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg. In einem Ergänzungsantrag2 hierzu hat die Linksfraktion jetzt die Anregung der an der Hindenburgallee gelegenen Bad Godesberger Gesamtschule aufgegriffen, die Lokalitäten nach Elisabeth Selbert zu benennen. Elisabeth Selbert, deren Name die Gesamtschule in Bad Godesberg in Würdigung der Politikerin und Juristin trägt, war eine bedeutende Streiterin für die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Nachkriegsdeutschland. Mit Mut und Geradlinigkeit setze Sie als eine von nur vier Frauen unter 61 Männern im Parlamentarischen Rat die Aufnahme des zweiten Absatzes in Artikel 3 des Grundgesetzes durch, der auch heute noch von ungebrochener Aktualität ist: “Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“
„Bonn hat eine lange Tradition als Stadt der Verfassungsorgane und des Grundgesetzes. Dazu passt die Würdigung von Elisabeth Selbert als eine der vier Mütter des Grundgesetzes auch im Straßenbild unserer Stadt. Überhaupt nicht zur demokratischen Rolle Bonns passen dagegen Ehrenbürgerschaft und Straßenbenennungen nach Paul von Hindenburg, dem erklärten Gegner der Weimarer Republik und Steigbügelhalter Hitlers“, so Dr. Michael Faber. Die Linksfraktion fordert darüber hinaus mit dem Ergänzungsantrag eine umfassende Evaluation der Namensgebungen und historischen Bezüge im Stadtbild durch Universität, zivilgesellschaftliche Akteure und Kommunalpolitik nach dem Vorbild der Stadt Münster.
Die Langemarckstraße und besonders die Carl-Duisberg-Straße zeigen, dass Bonn bislang eine zu unkritische Erinnerungskultur betrieben hat. Duisberg war Industrieller, der durch Kooperation mit den Nazis seinen Reichtum u.a. Giftgasproduktion und Zwangsarbeiterausbeutung verdankt.
1 vgl. Drs. 1211513, link: http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/12/1211513.htm
2 vgl. Drs. 1211513AA3, link: http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/htm/12/1211513AA3.htm
Pressekontakt
Dr. Michael Faber
c/o Linksfraktion Bonn
Altes Rathaus
Am Markt
53111 Bonn
E-Mail: Michael.Faber@linksfraktion-bonn.de
Tel.: 0228 – 77 4081
Tel.2: 0163 – 58 42 72 9
12.06.2012 | 18:14 | Autor: anatolkoch |

















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