Ein Europa – aber keine einheitliche Umsetzung des Tierschutzes
(Bonner Presseblog) Die Gruppenhaltungspflicht für Sauen haben erst vier Länder umgesetzt
Ein halbes Jahr vor dem Starttermin haben erst vier Länder in Europa die Gruppenhaltungspflicht für Sauen umgesetzt. In Deutschland erfüllen die meisten Betriebe die neue Vorschrift, womit im Sinne des Tierschutzes den Sauen mehr Platz geboten wird, bereits oder werden sie bis zum Jahresende umsetzen. Das wird Deutschland im Gegensatz zu anderen europäischen Mitgliedstaaten sicherstellen, hebt der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) hervor und fordert: „In Europa müssen einheitliche Regeln gelten!“
Der RLV kritisiert, dass die deutschen Landwirte neue Vorschriften – sei es im Tier-, Umwelt- oder Naturschutz – folgsam und fristgerecht einhalten und umsetzen würden, während andere EU-Länder sich nicht daran gebunden fühlten. Erst beim Verbot der klassischen Käfighaltung in Europa hätte man das uneinheitliche Vorgehen sehen können. 13 EU-Länder hatten das Verbot der klassischen Käfighaltung nicht rechtzeitig umgesetzt. Am kommenden Donnerstag zeige sich, ob die EU-Kommission Geldstrafen wegen Verletzung der europäischen Verträge verhängen werde. Es könne nicht angehen, betont der RLV, dass in Europa angeblich jeder Landwirt unter den gleichen Wettbewerbsbedingungen wirtschafte und am Ende einige Länder die Auflagen nicht umsetzen und billiger produzieren könnten, weil die Landwirte etwa den Sauenstall nicht zum Stichtag umbauen oder neue Spalten verlegen müssten. Die EU hatte erst kürzlich eine neue Spaltenbreite in Schweineställen vorgeschrieben, wobei die Holländer und Belgier sehr viel Spielraum bei der Umsetzung der Auflage gelassen haben und die Bauern dort nicht neu investieren mussten.
Dabei seien die Schweinemäster und Ferkelerzeuger zurzeit ohnehin gebeutelt. Beim Fußball gucken werde gegrillt, das Angebot an Mastschweinen sei eigentlich nicht zu groß, die Schlachtzahlen niedriger als im vergangenen Jahr und trotzdem sei der Schweinefleischpreis dieses Woche auf 1,63 € pro kg gestürzt. Auch der Ferkelpreis unterschreitet nach RLV-Angaben zurzeit die Vollkostendeckung. Am Ende der Kette steht der Bauer – mit weiterhin hohen Futterkosten.
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20.06.2012 | 17:59 | Autor: bonner-presseblog.de |

















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