Entscheidungen kann man vertagen, Beethovens Geburtstag nicht
(Bonner Presseblog) Kein Verständnis für das angebliche Erstaunen in Politik und Verwaltung über die hohen Sanierungskosten der Beethovenhalle hat der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion Jürgen Repschläger.
„Ob es wirklich die veranschlagten 30 bzw. 43 Millionen sein müssen, muss natürlich noch hinterfragt und geprüft werden, aber dass uns der jahrelange Sanierungsstau in Form von sich summierenden Kosten irgendwann auf die Füße fällt, musste doch jedem klar sein. Nur wer insgeheim mit dem Abriss der Beethovenhalle kalkuliert hat, kann jetzt wirklich überrascht darüber sein, dass die Stadt für den Fall dass das Festspielhaus nicht kommt nun Haushaltsmittel für ein hochwertiges Konzerthaus einsetzen muss.
Hier rächt sich nicht nur der Sanierungsstau, sondern auch die Fixierung auf ein privat finanziertes Festspielhaus“. Es war ein Fehler, dass mit Blick auf Beethovens Geburtstag 2020 nicht von Beginn an zweigleisig gefahren wurde: Einmal die Variante sanierte und optimierte Beethovenhalle mit einer Kostenkalkulation und zum anderen ein Festspielhaus mit genauem Konzept in Bezug auf Trägerschaft, Bauherren und Folgekosten für die Stadt. Repschläger weiter: „Anhand dieser Alternative hätten dann die Bürgerinnen und Bürger entscheiden können. Vor dem Hintergrund, dass zwei Konzerthäuser genau eines zu viel ist, hätte der Umstand, dass viele Bonnerinnen und Bonner ihre Beethovenhalle behalten wollen früher ernst genommen werden müssen. Der scheinbare Ausweg aus diesem Dilemma, ein sowohl als auch zu beschließen war und bleibt ein Fehler.“
Die Linksfraktion lehnt ein Festspielhaus auch aus kulturpolitischen Gründen ab. Was aber die Finanzierung und die weiteren offenen Fragen eines Festspielhauses betrifft, muss der Rat nun seinen eigenen Beschluss ernst nehmen. „Die Linksfraktion hält an dem mit großer Mehrheit beschlossenen Stichtag 30. Juni fest“, so Jürgen Repschläger. „Bis zu diesem Tag müssen alle Fakten auf dem Tisch liegen. Wer soll uns als Rat denn bitte noch ernst nehmen, wenn wir diesen Beschluss kippen und trotz der offenen Fragen und der ungesicherten Finanzierung weiter an diesem Prestigeprojekt festhalten? Entscheidungen kann man vertagen, Geburtstage nicht“, so Repschläger abschließend.
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Jürgen Repschläger
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25.06.2012 | 16:04 | Autor: anatolkoch |

















Kommentare
“In der Gesamtbetrachtung beläuft sich das vorgeschlagene Investitionsvolumen für die Beethovenhalle einschließlich der Beseitigung des Sanierungsstaues auf insgesamt 1,9 Mio. EUR. Die Verwaltung vertritt die Auffassung, dass dieser Betrag für die Wettbewerbsfähigkeit der Beethovenhalle, für die Arbeit des Beethovenorchester Bonn und der jährlichen Internationalen Beethovenfeste sowie für die Akzeptanz der Halle für die übrigen Veranstalter von großer Bedeutung ist”, gez. Bärbel Dieckmann, Beschlussvorlage April 2005.
http://www.probeethovenhalle.de/attachments/File/Gutachten_Graner_2005.pdf
Die differenzierte Kostenschätzung (unter Mitwirkung von Herrn Naujoks (!)ging von insgesamt 1,9 Mio. Euro ist fünf Jahre später lt. GA Bericht auf “deutlich über 20 Millionen Euro” angewachsen. “Eine genaue Kostenanalyse steht aber noch aus…”
Heute 2 Jahre später betragen die Sanierungskosten satte 30 Mio. Euro!
Die Frage ist, ob man mit einem Gebäude soviel Schindluder treiben kann, dass eine solch unheimliche Kostenmehrung eintritt…?
Mehr über die SGB-Schlitzohren Naujoks und Frenzel unter:
http://bonner-presseblog.de/2010/05/17/bonn-schlitzohren-vor-%E2%80%9Edas-bonner-strickmuster%E2%80%9C-anwendungsfall-beethovenhalle/
Wie in anderen Fällen auch (Legionellen, Auladecke), werden Gutachten nach Gusto umgedeutet und manipuliert:
“Bei der ”umfangreichen” Lösung (800.000,00 Euro)lässt sich eine sehr gute Konzertakustik realisieren. Die Nachhallzeit wird auf ein deutlich höheres Niveau angehoben, das ”den heutigen Hörgewohnheiten entspricht”(Gutachten Graner)
Wer hätte das gedacht?
Peter Riemann am 25. Juni 2012 @ 17:45
Die in Gelddingen vorsichtige Frau Richter (SPD) hätte nichts dagegen, die Entscheidung auf Ende 2012 zu verschieben, Herr Hümmrich (FDP) möchte weitere “Kohle”-Lieferungen abwarten (von wem auch immer) und Herr Eisel lässt wieder sein Chamäleon von der Leine…
http://bonner-presseblog.de/2012/06/22/43-mio-euro-fur-den-umbau-der-beethovenhalle-sind-ein-offenbarungseid/
BlogPirat am 25. Juni 2012 @ 20:05
Neubauten kann man vertagen, Sanierungen nicht…
manoman am 25. Juni 2012 @ 20:31
was gibt es da zu vertagen? wenn die großmäulige kampagne des herrn grießl bis zum 30.06. die 25 millionen nicht eingebracht hat, dann gibt es einen ratsbeschluss der sagt “festspielhaus wird abgehakt”! dann zu den angeblichen 43 millionen euro für die beethovenhalle. festspielhaus: 12 millionen eurogrundstückswert von den bürgern “geschenkt” + 1 millionen außenanlagen gestalten + (10 jahre betriebskostenzuschuss x 3 millionen euro für betreibergesellscht) = 43 millionen (plus folgekosten). mit dem festspielhaus geht die gleiche große verarschung der öffentlichkeit weiter wie wir sie bereits vom wccb kennen! nur die akteure sind andere, allerdings nicht alle: schillings agentur ist wieder mit im boot. der bonner größenwahn ist nur noch lächerlich!
FestspielhausVerarschungsWelle am 26. Juni 2012 @ 08:35
Immerhin gibt es jetzt eine Karte für die “Gelbe Gefahr” aus dem Rathaus:
http://bonner-presseblog.de/2012/06/26/bonn-spd-ob-jurgen-nimptsch-eine-gefahr-fur-die-stadt/
Linkomat am 26. Juni 2012 @ 12:24
Entscheidungen kann man vertagen, den Geburtstag von Naujoks nicht!
http://bonner-presseblog.de/2012/06/26/bonn-nimptsch-und-naujoks-ein-unzertrennliches-doppel/
Freiherr von und zu Weichbirn am 27. Juni 2012 @ 08:23
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