Die verfluchte Auladecke (1) – F. Naujoks, ein Psychogramm

Naujoks-voll-zurechnungsfähig
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Reale Gewalt gegen die Pressefreiheit… ein aktueller Anlass um zu fragen ob in Bonn diesbezüglich mit der abstrakten Gewalt etwas schief läuft. Hatte nicht SPD-Oberbürgermeister Nimptsch Front gegen eine Art von „Lügenpresse“ (Unwort des Jahres 2015) gemacht und meint nun seine „Wahrheit“ gegen die Presse mit Rechtsanwälten durchdrücken zu müssen. Offenbar möchte er den begründeten Verdacht zerstreuen, er handele als „Entsorgungsunternehmen“ der Fakten zum WCCB-Skandal. Der entpuppt sich mit Hilfe des Bonner Generalanzeigers immer mehr als eine der größten Verwaltungsgaunereien der BRD.

Da wird doch der OB mit Schadensersatzklagen drohen und mit einer RSD-Keule (gespickt mit Schilling-Nägeln) einschreiten dürfen, denn „kein Oberbürgermeister darf zulassen, dass eine Zeitung die Unwahrheit über die Arbeit der von ihm geleiteten Stadtverwaltung schreibt, so die PM auf seiner eigenen Homepage. Kleine Nebenwirkung: die Kanzlei RSD, die den OB gegen die fiesen PressfritzInnen in Schutz nimmt, geht auch zwecks Endlos-Kündigungstheater gegen dessen Ex-Genossen Naujoks vor. Dort allerdings mit weitaus weniger Erfolg.

Unter dem (alten Dieckmannschen) OB-erthema „ohne WCCB keine UN(CC) in Bonn“ und dem gebetsmühlenartigen „wir erfüllen den Bellevue-Vertrag“ schien seit 2005 alles erlaubt zu sein. Egal welch unrechtmäßiges Verwaltungshandeln ausgeführt werden musste. Was Jürgen Nimptsch seit seinem Amtsantritt in Sachen Deutungshoheit „nachsorgt“, für das wurde durch das Presseamt vorgesort.  In zwei Blogbeiträgen wurde die Rolle des damaligen Gegenwartsbewältigers Frechen und die des heutigen Vergangenheitsbewältigers Nimptsch untersucht und, je tiefer man bohrt, desto größer wird das Unbehagen, wie das Presseamt mit der „amtlichen Wahrheit“ umgeht.

Aber nicht nur OB Jürgen Nimptschman und Info-Verlautbarer Friedel Frechen, auch der patentlose Erfinder Friedhelm Naujoks hatte Probleme mit der Presse.

Naujoks und die Presse 1: Asbestgefährdung

Am 25. Januar 2005 berichtete die Bonner Rundschau: „für die anstehende PCB-Sanierung die beauftragten Architekten an der Trägerkonstruktion der Halle (des Konrad-Adenauer-Gymnasiums) eine asbesthaltige Spritzmasse entdeckten.“ Eigentlich war es die abgehängte hölzerne Deckenschalung, die mit einem gesundheitsschädlichen Anstrich aus den ruppigen Baujahren der Republik versehen worden war. Das Zeug sollte raus, und das SGB hatte übersehen, dass der Schadstoffgutachter keine Begehung des asbestverseuchten Deckenhohlraumes durchgeführt hatten. Da waren dann die Fäkalien am Dampfen und plötzlich trugen alle kontaminationsweiß statt architektenschwarz.

Das Dumme daran: das gemeingefährliche Zeug war, wer weiß wie lange in den Schlitzen zwischen Verdunklungsjalousie und der Deckenverkleidung heruntergerieselt. Keine schöne im Nachhinein, meinte auch der Generalanzeiger, denn in der Aula wurden u.a. auch Abiturarbeiten geschrieben. Kein Wunder, dass Friedhelm Naujoks getobt haben soll, weil die Asbestmeldung auf dem Schreibtisch von SGB-Teamleiter Axel Herwig einige Tage liegengeblieben war.

Völlig selbstverständlich: alle wurden vergattert, kein Strebenswort nach draußen. Kontakt zur Presse, nur über die SGB-Leitung (Günter Schikorra, Importware von Friedhelm Naujoks aus Herne).

Erst zweieinhalb Jahre später, als die exorbitante Gehaltserhöhung des ehemaligen Schlossermeisters Naujoks auch die Pressegemüter bei der Westfälischen Zeitung erhitzte, konnte man ahnen, warum: „In Bielefeld stand Naujoks im Rampenlicht, als es Asbestsanierungen in mehreren Schulen gab, vor allem die in der Martin-Niemöller-Gesamtschule sorgte für Schlagzeilen, da die Asbestvorkommen lange bekannt waren.“ Soll wohl heißen: Obwohl Asbestvorkommen bekannt waren, reagierte der ImmobilienServiceBetrieb (ISB) nicht, weshalb Naujoks ins Rampenlicht“ geriet…

Naujoks und die Presse 2: „amtliche“ Trinkwasserkontamination

Kein Wunder, in Bielefeld, wie später in Bonn, hatte Naujoks die Verwaltung unterwandert, die Mitarbeiter zu Mitwissern umfunktioniert, Recht und Gesetz auf den Kopf gestellt und die Bürger und ihre Kinder als Versuchskaninchen für seine unzulässigen Trinkwasserversuche missbraucht! Auch die Lokalpresse wurde mit wissenschaftlich gespickten Falschmeldungen hinters Licht geführt…

Naujoks ist sich nicht zu schade, Aussagen eines Mitherausgebers eines Fachartikels durch sinnentstellende Verkürzung zu verändern. Text in der verlinkten NWZ -Seite oben rechts:“ Die Leistungsfähigkeit der Schwachstromelektrolyse konnte eindeutig nachgewiesen werden“ (Zitat Dr. A. Grohmann). Auf Nachfrage mailt der betreffende Fachmann: „…selbstverständlich ist die Chlorelektrolyse nicht zwingend sondern (nur) im Verbund mit weiteren Maßnahmen…eine Möglichkeit zur Beherrschung der Legonellenproblematik.“ Lügt Friedhelm Naujoks? Aber nein, da hat doch sicher der Lokalreporter was falsch verstanden!

Stress hatte Naujoks zunehmends in Bonn zum selben Thema, als er begann bar jeglicher Vernunft und ohne profunde Fachkenntnis die Lokalpresse vorsätzlich zu desinformieren (wie z.B. in den beiden letzten Absätzen zu: „Duschen in der Turnhalle ist ab jetzt verboten„). Sein nicht zugelassenes „Trinkwasserkontaminations-Spielzeug“ mogelte der „fachkundige Dilettant“ mit Hilfe von Bruno Lossau, Thomas Frenzel und anderen SGB-Helfershelfern am Rat und sämtlichen Behörden und Vergabevorschriften vorbei und ließ die Legionellenanlagen in gleich drei Bonner Schulen einbauen. Parallel zu den unrechtmäßigen Verwaltungsakten wurde jeweils das städtische Presseamt aktiviert. Naujoks war immerhin nicht so dumm, die Lügengeschichten alleine zu verbreiten.

Ob der Mann nicht ganz bei Sinnen sei, hat sich so manch Bonner gedacht, nachdem die verunglückte Desinfektion in mehreren Lokalblättern, gepaart mit Korruptiosverdacht hochkochte:

„Der Gebäudemanager hat also ein Verfahren mitentwickelt und dieses später als Angestellter der Stadt in einer Schule eingesetzt. Kritiker vermuten einen Interessenskonflikt, Naujoks habe an der Anlage möglicherweise verdient.

„Unverschämtheit“

Den Konflikt habe es nie gegeben, versichert der Gebäudemanager und bezeichnet die Vorwürfe als „eine Unverschämtheit“. Er habe keine finanzielle Vorteile gehabt. (Was damals nicht bekannt war: Naujoks hatte schon massenweise in Bielefeld mit der gleichen Firma, die in Bonn trickreich beauftragt wurde, sein nicht zugelassenes Anlagensystem „erprobt“)

Auch das Rechnungsprüfungamt, das er tolldreist in seiner Stellungnahme belog, wurde vom Rat in Marsch gesetzt. Das rechtliche Ergebnis: mehr als skandalös hoch Drei, das physische: eine ans Mittelalter erinnernde Brunnenvergiftung öffentlichen Trinkwassers

Der Ausgang ist halbwegs bekannt. Naujoks musste (?) auf Grund jahrelang verschleppter und mängelbehafteter staatsanwaltlicher Ermittlungen freigesprochen werden. Das Urteil Az.: 23 Kls 3/13 LG Bonn (Ermittlungsakte: 300 Js 116/12 StA Bonn) wartet noch auf eine investigative Würdigung…

Naujoks und die Presse 3: Baugefährdung, Betrug und Strafvereitelung

Zwischendurch gab es jedoch das „kleine Intermezzo“ mit der Auladecke im Konrad-Adenauer-Gymasium. Auch hier ein massives Agieren an Recht und Gesetz vorbei, Lug und Betrug und zum Schluss ein von Staatsanwaltschaft und Gutachtern testierter Straftatbestand der Baugefährdung mit anschließender erwiesener Strafvereitlung im Amt durch das Rechtsamt der Stadt Bonn.

Ausgangspunkt des bauaufsichtlichen Mega-Skandals, bei dem auch noch das städtische Bauordnungsamt hintergangen wurde, war ursprünglich nur ein fast normales Versagen von überforderten SGB-Mitarbeitern. Im selbsproduzierten Chaos saßen sie den Abzockmentalitäten unseriöser Firmen auf, bis dann unter dem aberwitzigen Fertigstellungsdruck (SGB-Motto:“Termine müssen – koste es wen oder was es wolle – gehalten werden“) der Bauleiter eines Architekturbüros dem SGB-Teamleiter u.a. mit der Presse „drohte“, um baugefährdende Maßnahmen des SGB zu verhindern…

Das war völlig normal, brachte aber die um Imagepflege bemühte SGB-Leitung auf alle Bonner Palmen. Was hätte bloß OB und Ex-Gymnasiallehrerin Dieckmann dazu gesagt, wenn Weihnachtsschulaufführungen des Kleinen Theaters BGO ausfallen? Nicht auszudenken!

Was war da zu tun? Friedhelm Naujoks, in panischer Angst vor Negativschlagzeilen hatte dem beauftragten Architekten in seinem Kündigungsschreiben vom 28.11.2006 gleich einen “Stillschweigeerlass” eingebaut.

“…wurde Ihr Mitarbeiter vor Zeugen ausfallend (wegen der mehrfach mängelbehafteten Bauausführung, die dem Teamleiter Axel Herwig völlig wurscht war?) und drohte damit die Presse einzuschalten. Ich sehe in diesem Verhalten …Durch Annahme des Auftrages sind Sie zur Verschwiegenheit verpflichtet. In diesem Zusammenhang weise ich Sie darauf hin, dass Sie im Rahmen der Nebenpflichten aus dem Auftragsverhältnis zur Interessenwahrung des Auftraggebers auch nachvertraglich (bis in den Tod?) gebunden sind.”  (Anm. d. Verf. in kursiv)

Bei solch eklatantem Skandalpotential müssen sich nicht nur Architekten und Ingenieure, sondern alle rational denkenden Menschen fragen, ob die Geistekraft eines Friedhelm Naujoks, der nach Ansicht vieler Bonner schon längst hinter Gittern sitzen müsste, noch mit normaler Elle gemessen werden kann.

Um dem Vorwurf zu entgehen, man wäre vorbelastet, würde nicht ausgewogen berichten, oder gar einäugig recherchieren, soll Friedhelm Naujoks selbst zu Wort kommen.

Seine eigenen Aussagen sind umwerfend entlarvend und schenkelklopfend komisch. Eine kleine Textauswahl der vier am Ende dieses Beitrags verlinkten Seiten des später von Detmar Kühl bestätigten Protokolls vom 30.03.2007 als Vorgeschmack soll zunächst reichen:

Friedhelm Naujoks outet sich persönlich:

Herr Naujoks erläutert, dass er seit 20 Jahren international tätig ist, das SGB der Stadt Bonn mit über 600 Mitarbeitern leite, jährlich ca. 20 Mio. € zu verantworten habe, Anti-Korruptionsseminare leitet, dass er zahlreiche Leute aus der Politik und Wirtschaft aber auch genügend StaatsanwältInnen kennt und dass er selbstverständlich bereits OB, Politik und Fraktion…informiert habe.

Der in dem Schreiben vom 22.12.2007 von Herrn Riemann erhobene Vorwurf, dass „Menschen gefährdet würden“ erfüllt für Herrn Naujoks den Tatbestand der Verleumdung.

…sieht sich Herr Naujoks bald auch nicht mehr in der Lage, Herrn Riemann weiterhin zu schützen und überlegt, sich an den BDA zu wenden um mit diesem festzulegen, welche Architekten unter welchen Voraussetzungen ein eigenständiges Büro führen dürfen.

Unabhängig von Herrn Riemanns Entscheidung trägt Herrn Naujoks nach eigenem Bekunden die Verantwortung, wird sich über das Wochenende selbst konditionieren und am Montag das Ergebnis mitteilen.

Herr Naujoks verdeutlicht zum wiederholten Male, dass er das Schreiben an die Staatsanwaltschaft sowie den Sachverhalt im Schreiben von Herrn Riemann als „ehrabschneidend“ empfindet.

Herr Naujoks stellt klar, dass er das SGB sei (mit dem Zusatz: in strafrechtlicher Hinsicht). Er sei es gewohnt zu führen und nicht geführt zu werden.

Herr Naujoks fühlt sich durch diese Erläuterung „angegriffen“ und weist Herrn Riemann daraufhin, dass er von ihm nicht als „Student“ behandelt werden möchte.

Herr Naujoks erläutert noch einmal, dass er Staatsanwälte kennt (wie z.B.  Herrn Eisterhues – siehe Link oben zum Antikorruptionsseminar – der schon mal „mit anderen Staatsanwälten im Puff „Druck abbaut“?) und auch anders an die Sache herangehen können und schlägt als Basis testierte Fehler vor, die versicherungstechnisch abgerechnet werden können. Eine eventuell nicht abzuwendende Stellungnahme in der Presse wird vorher gemeinsam abgesprochen.

Herr Naujoks macht Herrn Riemann deutlich, dass bei einer Veröffentlichung der Problematik beide Parteien verloren hätten.

Schlussfolgerung:

Was sich wie ein roter Faden durch das „pyschologische Coming out“ des Mehrfachstraftäters Friedhelm Naujoks zieht: er, der die Presse gnadenlos für seine Ziele benutzt und manipuliert, hat maßlose Angst vor negativen Veröffentlichungen, die seiner Karriere (und seinem Selbstbild) schaden könnten. Diese Art von Zwiespalt, hier grandiose Selbstüberschätzung (als „Turm in der Schlacht“= GA Zitat) und grenzenloses Verrückungsvermögen (ohne das es kein WCCB gäbe!) dort kindlich naives und flapsiges Agieren mit Kränkungsphantasien verlangen nach psychologischer Deutung!

Das Gespräch mit Friedhelm Naujoks und Detmar Kühl (SGB-Steuerungsunterstützung), das allein dazu diente die Gefahr negativer Folgen für das SGB abzuwenden, ist samt  Zusatzinfo hier zu finden: Gesprächsprotokoll im SGB. Der Empfang wurde SGB-seits korrekterweise bestätigt.

Wer jetzt zum verwegenen Schluss kommen sollte, „Fritz der Schlosser“ hätte nicht alle Tassen im Schrank, oder sei gar dumm, der könnte u.U. recht haben. Alternative Version: er dachte andere seien dümmer als er, was vielleicht sogar stimmt. Man darf gespannt sein, wie er vor Gericht (im Jahre 2020 (?) bei wachsendem Haushaltsdefizit für die Bonner Bürger) die Riesendummheit erklärt, die er beim Fälschen der WCCB-Testate und beim saloppen Controlling beging.

Kleiner Hinweis: es gibt noch ein zweites erhellendes, ebenfalls protokolliertes Gespräch mit Friedhelm Naujoks. Erscheint demnächst und handelt vom „Plattmachen“…

Und hier geht es weiter zur Auladecke Teil 2.   Mehr lesen…

 

Kommentare

  • Kommentiert:13.01.2015
  • Autor:Honnefer

Wirklich putzig, der Mann…

  • Kommentiert:14.01.2015
  • Autor:Neu-Bonner

@ Bonn-Blog
Was ihr alles herausfindet. Wenn Naujoks mit dem Hannoveraner Rotlicht-Staatsanwalt Eisterhues Antikorruptionsseminare abgehalten hat, war er dann auch mit im Puff?

  • Kommentiert:14.01.2015
  • Autor:Riemann

@ Neu Bonner
Friedhelm Naujoks, Verdacht auf Puffbesuch? Das wäre Privatsache. Es gibt zum Thema einige Kommentare auf:
Bonn: OB Nimptsch appelliert: Keine Vorverurteilungen. Siehe unter Jan Motzke (Nr. 5) und Honigmann (Nr. 7) mit Links zum „Weserkurier“ und zu „Die Zeit“.
Die Investigations-Journalistin Christine Kröger erhielt übrigens mehrere Auszeichnungen u.a. über die Skandale mit den Rotlicht-Staatsanwälten.
Zitat: „Der Generalstaatsanwalt Harald Range, in Celle zeigte sich „empört“ und warf dem Weser-Kurier „einseitige Berichterstattung“ vor (Aha, da sind wir beim Thema!).

  • Kommentiert:14.01.2015
  • Autor:Blog-Kritiker

Wenn immer wieder die alte Suppe aufgekocht wird, lässt der Appetit nach. Bringt mal was Neues!

  • Kommentiert:14.01.2015
  • Autor:Riemann

@ Blog-Kritiker
Ich glaube ich habe hier was.
Stichwort Generalstaatsanwaltschaft Celle. Der „gnädige“ Bonner Oberstaatsanwalt van der Linden verschob den Straftatverdächtigen Hans-Jürgen Dörfer zu den Kollegen, weil dort der Sitz der Ecotron GmbH ist Das ist der Anlagenhersteller der noch heute sog. „Oxidationsstrecken“ im Angebot hat, nach dem unzulässigen Naujoks-Trinkwasser-Desinfektionsverfahren (Inline-Elektrolyse/Anodischen Oxidation). Bei seiner Ermittlung gegen Naujoks in Sachen Betrug unterlief dann OStA van der Linden ein ganz merkwürdiger Fehler!
Kam mir schon damals alles sehr komisch vor. Der mit F. Naujoks angeklagte SMI-Hyundai-Architekt Hong wurde ja auch nicht an die StA Berlin abgetreten!
Da muss ich mal in die Akten schauen…

  • Kommentiert:15.01.2015
  • Autor:Peter Riemann

…in die Akten schauen. Eine haben wir schon: Ermittlungsverfahren in Celle gegen Dörfer und Naujoks.
Der „Legionellenmanager“ fiel dann irgendwie durch Rost und das „Ermittlungsverfahren“ gegen Dörfer/ecotron (wg. Wettbewerbsverstoß glaube ich) wurde eingestellt. Weiter Dokumente folgen…

  • Kommentiert:15.01.2015
  • Autor:Riemann

Hier das Schreiben von OStA Franke zur Einstellung des Verfahrens (Vergehen nach § 16 UWG = strafbare Werbung). Nicht mehr?
Da bleibt einem die Spucke weg. Naujoks und Dörfer haben in Bielefeld (insgesamt 18 Anlagen der Fa. eco-wasser/eco-tron) und Bonn mehrere Jahre in Tateinheit massiv gegen die TrinkwV 2001 verstoßen (siehe RPA Bericht).
Noch schöner die Antwort des Generalstaatsanwalts in Celle: es bestehe (nach hanebüchenen und leicht zu widerlegenden „Feststellungen“) an einer Wiederaufnahme kein öffentliches Interesse. Da bleibt der Oberstaatsanwältin Frau Dr. Ihnen natürlich nicht anderes übrig, sie muss „die Beschwerde als unbegründet zurückweisen…“

  • Kommentiert:15.01.2015
  • Autor:B.Suchard

Ich weiß gar nicht was schlimmer ist. Wenn Staatsanwälte als Puffbetreuer mit Zuhältern gemeinsame Sache machen, oder wenn man vorsätzliche Trinkwasserpanscher laufen lässt…

  • Kommentiert:16.01.2015
  • Autor:Baufachmann

Monströs, monströs. Da entdeckt ein Kollege bauaufsichtliche Mängel und landet am Ende bei Rotlicht-Staatsanwälten und dem Generalbundesanwalt.

  • Kommentiert:16.01.2015
  • Autor:Riemann

@Baufachmann
Hätte ich mir nicht träumen lassen, als dieses „Gespräch“ mit Friedhelm Naujoks im März 2007 stattfand. Von gefälschten Schrauben und den Vertuschungsmaßnahmen des Dr.Ing. Manfred Knobloch (der sich immer wieder selbst begutachtet) über die unbehelligten „Rotlichtstaatsanwälte“ in Hannover bis hin zum Presse-Vorwurf des damaligen Celler Generalstaatsanwalts Harald Range. Da wird man demütig und fragt sich bei diesen vielen Zufällen ob man nicht spinnt! War die Empörung des heutigen Generalbundesanwalts über die Journalistin Kröger damals angemessen? Immerhin gab es auch wegen anderer Vorgänge heftige Kritik an der Celler Generalstaatsanwaltschaft…

  • Kommentiert:16.01.2015
  • Autor:Pater Noster

Vielleicht gibt es eine einfache Erklärung für all das. Wer es bis nach ganz oben geschafft hat, der hat irgedwann rechts überholt, Geschäftspartner übervorteilt, ist jemandem in den Allerwertesten gekrochen, hat im Fernsehen die Unwahrheit gesagt, oder hat sich vor seine Leute gestellt, wenn sie Sch..sse gebaut haben.

  • Kommentiert:17.01.2015
  • Autor:Andiamo

In Bonn hat mit dem Machtwechsel von der CDU zur SPD im Jahr 1994 ein Niedergang von Justiz und Verwaltung als ordnende Instanzen stattgefunden. Gleichzeitig entstand eine schädigende Gewalteneinheit zwischen Justiz und Verwaltung, die bis heute noch nicht einmal öffentlich thematisiert wurde.

Mit dieser Feststellung will ich keineswegs die SPD pauschal verurteilen. Das angeführte Beispiel Hannover zeigt, daß andere Parteien sich ebenfalls willfährige Strukturen schaffen, mit denen sie ihre wirtschaftskriminellen und bürgerfeindlichen Interessen durchsetzen.

In Bonn jedoch hat die SPD mit OB Bärbel Dieckmann ab ihrer Wahl und Machtübernahme über die Bonner Steuereinnahmen den Stil bestimmt, mit wem und wie Umgang gepflegt wurde. Dabei war zu beobachten, daß die Stadt Bonn, die durch die Bonn-Berlin-Ausgleichszahlungen in Milliardenhöhe von allen westdeutschen Städten finanziell am besten ausgestattet war, sich nach fünf Jahren Dieckmann (1999) bereits im Sparzwang befand, nach zehn Jahren Dieckmann (2004) fast in den Nothaushalt abrutschte und nach 15 Jahren Dieckmann (2009) durch das WCCB Projekt eine Veruntreuung von Hunderten Millionen Euro Steuergeldern verkraften muß. Die Lösung dieser Aufgabe steht noch aus.

Wie konnte es soweit kommen?

Als Frau Dieckmann 1999 zum ersten Mal wegen Steuerbegünstigung (60 Mio. DM) des Großbetrügers Berthold Kaaf in die öffentliche Kritik geriet, machte die SPD ihren Ehemann Jochen Dieckmann zum Justizminister. Es wurden nun Sündenböcke für Frau Dieckmann gesucht. Beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit fiel die Wahl auf den ehemaligen Stadtdirektor Dieter Diekmann, bei dem Nachfolgeprojekt Reuterstr. 122, bei dem immerhin noch 6 Mio. DM Steuergeld verbrannt wurden, auf den Bonner Rechtsanwalt Walter R. Orlean und bei dem WCCB Projekt auf einen von Frau Dieckmann persönlich hochgelobten Fremden, den sie dem Stadtrat als hochkarätigen Investor verkaufte.

Es fällt auf, daß von 1999 an alle Ermittlungsverfahren von einigen wenigen Staatsanwälten, die Jochen Dieckmann zu Oberstaatsanwälten befördert hatte, bearbeitet wurden. Es ist ebenfalls eine Folge dieser einfachen aber wirksamen Zuständigkeitssteuerung, daß Geschädigte und Kritiker wie der Architekt Peter Riemann und die Witwe des Rechtsanwalts Orlean, Helga Orlean, von denselben Oberstaatsanwälten „bearbeitet“ werden und niemals Recht bekommen können, solange diese schädliche Gewalteneinheit aus Justiz und Verwaltung bestehen bleibt. Siehe auch, wie Wikipedia „Organisierte Kriminalität“ definiert: ohne Beteiligung der Justiz ist sie nicht möglich.

  • Kommentiert:19.01.2015
  • Autor:Riemann

@ Andiamo
Richtig ist, ich wurde durch den Mehrfachstraftäter Friedhelm Naujoks geschädigt. Falsch ist, die Staatsanwaltschaft hätte mich bearbeitet. Umgekehrt: ich habe die Staatsanwaltschaften in Bonn, Bielefeld und Celle „bearbeitet“. Die haben sich jedoch alle mit unschlüssigen Begründungen und wahrheitswidrigen „Feststellungen“ der gesetzeskonformen Kooperation entzogen. Allen voran der gnädige Bonner OStA van der Linden. Das wirft die alte Frage auf, wann in der BRD endlich die weisungsgebundenen Staatsanwaltschaften von der Politik (Justizminister) abgekoppelt und damit nach der Gewaltenteilung „demokratisch frei“ werden.

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