Bauer Verlag: hat WHH Präsidentin Bärbel Dieckmann kein Glück gebracht?

WHH-Präsidentin_Bärbel_Dieckmann_mit_Gudrun_Bauer_in Pakistan_August_2010
WHH-Präsidentin_Bärbel_Dieckmann_mit_Gudrun_Bauer_in Pakistan_August_2010
WHH-Präsidentin_Bärbel_Dieckmann_mit_Gudrun_Bauer_in Pakistan_August_2010

(Bonner Presseblog) Nicht ganz neu, aber erst jetzt entdeckt: am 10. Juni 2017 berichtet MEEDIA, dass die „Verschlossene Auster“ für Medienkritik vergeben wurde, und zwar an die sog. „Yellow Verlage“, u.a. an Bauer Media.

„Die Funke Mediengruppe sowie Burda und Bauer Media werden für die intransparente Machart ihrer Klatschmagazine kritisiert. Ihr Verhalten schade der Glaubwürdigkeit des Journalismus, so die Begründung.

Nach Ansicht von Netzwerk Recherche untergraben die Preisträger das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der Medien“, heißt es in der Erklärung der Journalistenvereinigung. „Mit irreführenden Schlagzeilen, falschen oder erfundenen Texten, fehlender Nachfrage bei den Betroffenen, Manipulationen von Fotos und nicht selten der Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Die Bereitschaft zur freiwilligen Korrektur von falscher Berichterstattung fehlt häufig.“

Während Funke den Preis „mit Respekt“ entgegen nahm, reagierte Burda mit Kritik.

„Die kürzeste, dafür aber deutlichste Reaktion kam von der Bauer Media Group. Man nehme seine Leser durchaus ernst. „Diese Form des unterhaltenden Journalismus als besonders kritikwürdig einzustufen und sich damit über Abertausende von Kolleginnen und Kollegen sowie Millionen von Leserinnen und Lesern zu erheben, empfinden wir als anmaßend“, heißt es. Darüber hinaus reagierte der Verlag in dieser Woche, zeitlich wohl nicht zufällig, via Kress mit einer PR-Offensive.“

Eine ganz andere PR-Offensive startete auch die Deutsche Sektion der Welthungerhilfe, die für alle, die sie nicht kennen unter Umständen peinlich wirkt und zu den Alibi-Maßnahmen der Reichen zählen, die nun die Protestwähler der Republik auf die Barrikaden getrieben hat: „Reiten gegen den Hunger„.

Die Aktion wurde natürlich- und das ist ja der Sinn der Sache – von der Bauer Media Group sorgfältig vermarktet: „Die Bauer Media Group unterstützt die Welthungerhilfe bereits seit vielen Jahren, die Zusammenarbeit zwischen Bauer und der Hilfsorganisation gilt als einzigartig in der deutschen Medienlandschaft. Das Engagement des Unternehmens ist eng mit dem Namen Gudrun Bauer verbunden, der Ehefrau des Alt-Verlegers Heinz Bauer. 2012 hatte die leidenschaftliche Reiterin die Initiative „Reiten gegen den Hunger“ ins Leben gerufen…“

Da bei diesem Charity – Zauber bekanntlich eine Hand die andere wäscht, durfte Gudrun Bauer (die angeblich keine Interviews gibt, bis auf einmal) die prominente Bärbel Dieckmann, auf ihrer Reise nach Pakistan begleiten. Alles ganz unauffällig versteht sich. WHH-Spender hoffen, auf eigene Kosten!

Die Bonner OB hatte sich seinerzeit auf Grund der üblen WCCB-Pannen und weil man ihren Rücktritt forderte, gut vorbereitet durch „Bonn hilft Cuddalore“ von ihrem Amt getrennt, an die Spitze der WHH beworben, oder besser: sie ist berufen, bzw. angerufen worden...

Nun sollen hier nicht die vielen Ups und Downs von einem der größten Medienhäuser ans Licht gezerrt werden. Bekannt ist immerhin, dass der Bauer-Verlag „jahrzehntelang kein Arbeitgeber war, nach dem sich Journalisten sehnten. Er galt als unheimlich knauserig, ziemlich profitabel, inhaltlich allerdings oft anspruchslos. Seit einiger Zeit arbeitet Bauer an einer Imagewende“. Die Bauer Media Group ist nun so etwas wie die unternehmerische Antithese zur Story von Print als sterbender Gattung… Kein Verlag setzt so dezidiert auf die Zukunft von Print. „Wir sind der Mover, andere Häuser verwalten den Niedergang“, sagte Jörg Hausendorf, einer von drei Bauer-Konzerngeschäftsleitern, in einem Pressegespräch. Printmedien würden vom Markt eindeutig unterschätzt, finden die Bauer-Manager und ihre Chefin, die Verlegerin Yvonne Bauer.“

Dazu gehören u.a. „Wunderweib“ und „People“, eine Promi-Zeitschrift über die wir „richtig zufrieden sind. Wir liegen voll im Zielkorridor und haben einen langen Atem“, so Geschäftsleiter Andreas Schoo am 13. Juli 2015.

Der verlässt die Bauer Media Group nun nach 25 Jahren selber, was in der Branche einem Paukenschlag gleichkommt, denn „von Bauer kommt man, lautet ein alter und oft sprapazierter Branchenspruch, dem man in letzter Zeit hinzufügen könnte: vielleicht ein bisschen zu oft. In der jüngeren Vergangenheit war der Brain Drain unter der Ägide von Verlags-Oberchefin Yvonne Bauer vor allem im Führungbereich augenfällig“, berichtet Meedia vor ca. 2 Wochen.

Ob das Auswirkungen hat auf die Zusammenarbeit mit der WHH ist nicht bekannt. Immerhin hat Bärbel Dieckmann mit dem Video über ihr Verwaltungsversagen beim WCCB und über Korruption in Bonn auf You-Tube 300 Aufrufe und damit mehr als Gudrun Bauer, die auf ihren Projektreisen „nur Hoffnungslosigkeit in den Augen der Kinder gesehen hat“.

Leitsatz aus der „Hofberichterstattung“ 2014 in Schenefeld:

G. Bauer: „Man kann auf einem Turnier sein und dann heißt es, ja o.k., was können wir machen und dann wird gemacht, aber hier wird mit dem Herzen gemacht, und das ist schon etwas ganz Besonders.“ Reporterin: Und das passt ja richtig zu Gudrun Bauer, denn mit dem Herzen wird „Reiten gegen den Hunger“ zu Gunsten der Welthungerhilfe auch gemacht…“

Und wie lautet eine Erklärung auf der Homepage, der Bauer Medien Gruppe:

4. Warum wird gerade die Welthungerhilfe unterstützt?

Gudrun Bauer ist schon sehr lange sozial engagiert, früher vor allem in Deutschland und Osteuropa – meist im Stillen, ohne jedes Charity-Getöse“ und genau das, dürfte man mit Fug und Recht nicht mehr behaupten…

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