Richter mit „Cojones“ weist dubiose Organisation in die Schranken – ein Vorbild für Bonn?

Screenshot Werbevideo der Sekte 12 Stämme
Screenshot Werbevideo der Sekte 12 Stämme
Screenshot Werbevideo der Sekte 12 Stämme

(Bonner Presseblog) „Vor fast drei Jahren hat die Polizei etwa 40 Kinder aus der Sekte „Zwölf Stämme“ geholt. Jungen und Mädchen wurden dort geschlagen. Nun muss erstmals ein Sektenmitglied ins Gefängnis“ berichtet heute der Münchner Merkur und andere Medien.

Das besondere daran: Der Vorsitzende Richter Lenart Hoesch am Landgericht Augsburg ließ die 56-Jährige unmittelbar nach der Urteilsbegründung wegen Fluchtgefahr im Gerichtssaal festnehmen. Das Amtsgericht Nördlingen hatte die Lehrerin bereits in erster Instanz zu zweieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt.

Ein schönes Beispiel, wie ein Richter (sicher auch im Sinne der Prävention) bei gefährlicher Körperverletzung und der Misshandlung von Schutzbefohlenen hart durchgreift. „Mitunter sei ein Kind bis zu achtmal am Tag geprügelt worden“ und „ein Opfer habe bis zu 30 Schläge bekommen, weil es gestottert oder falsch vorgelesen habe.“

Könnten das für die Richter des Bonner Amts– und Landgerichts ein Vorbild sein? Die hatten im Falle des unsäglichen Bonner Jugendamtskandals u.a. mit Hilfe der Bonner Kanzlei Meyer-Köring (allerdings nicht mit der Top-Kraft in Sachen Familienrecht)  versucht den Vater mundtot zu machen. (Wir berichteten im Februar 2016).

Das ging allerdings schief und bescherte der Bonner Justiz und einer unter OB Bärbel Dickmann (SPD) und ihrem Nachfolger Jürgen Nimptsch (SPD) ins Abseits geratenen Stadtverwaltung nicht nur lokale Beachtung, sondern auch ein bundesweites Negativecho.

Beachtlich ist an Richter Hoesch zum einen, dass er realitätsnah die mögliche Fluchtgefahr erkannte, zum anderen, dass er durch das Urteil den Freiraum einer dubiosen Organisation beschnitt.  Der war durch merkwürdige Umstände „von Amts wegen“ entstanden (was wiederum dem Bonner Jugendamtskandal ähnelt).

Hier ein Ausschnitt aus der Chronologie der SZ-Meldung:

Oktober 2004: „Die Kinder besuchen immer noch keine staatlich anerkannte Schule. Der Streit eskaliert erneut. Das Amtsgericht Nördlingen verhängt gegen 18 Eltern Beugehaft. Am 7. Oktober werden sieben Väter abgeholt. Nach sechs bis 16 Tagen werden sie wieder freigelassen.“

Februar 2006: „Das Kultusministerium lenkt nach langem Hin und Her ein und spricht eine Sondergenehmigung aus: Die Zwölf Stämme dürfen eine „private Ergänzungsschule“ betreiben, die vom Schulamt regelmäßig kontrolliert werden soll.“

Mehr auf: „Prügel im Namen des Herrn„, von Stefan Mayr, Augsburg.

Kommentare

  • Kommentiert:23.06.2016
  • Autor:Bunter Steuerzahler

Nach dem Durchlesen dieser unsäglichen Geschichte wird klar: Bonner Richter haben dem „Kleinen Muck“, bzw. dem Jugendamt/der Stadt Bonn als Auftraggeber nicht gezeigt, wo es lang geht. Das ist nichts Neues. Macht nichts. wenn solche Klagen, welche nur dazu da sind, von den eigenen Amts-Fehlern abzulenken, von einer höheren Instanz gekippt werden. Die Kosten trägt der dumme Steuerzahler.

Kommentar schreiben

Danke, daß Sie sich entschlossen haben einen Kommentar zu schreiben! Bitte beachten Sie, daß unsere Kommentare moderiert werden um zu verhindern, daß der Bonner Presseblog als Plattform zum Spammen missbraucht wird.

CAPTCHA-Bild