BONNOPOLY das WCCB, die STADT und ihr AUSVERKAUF

Das WCCB - gebucht, aber nicht bezahlt... Kammerspiele Bonn
Das WCCB - gebucht, aber nicht bezahlt... Kammerspiele Bonn
Das WCCB - gebucht, aber nicht bezahlt... Kammerspiele Bonn

(Bonner Presseblog) Was das WCCB so alles bietet, manch Positives wie viel Negatives, konnte man in der letzten Zeit immer wieder im Bonner Generalanzeiger, im EXPRESS oder in der Bonner Rundschau nachlesen. Letzte Meldungen: die Verschönerung des Bundesviertels kostet 2,9 Millionen Euro, dafür soll die Ertüchtigung des (neuen) WLAN-Netzes im Behnisch-Bau schon für 2,1 Mio. Euro zu haben sein.

Der Verdacht ist groß, dass das skandalgeschüttelte SGB (noch immer ohne Betriebsleiter) sich mal wieder beim Abschluss der Arbeiten in Erklärungsnot befindet: „Laut dem 11. Fertigstellungsbericht (!) zum WCCB von August 2015 sei“ nämlich „globits“, eine Berliner Firma „zur zügigen Mängelbeseitigung aufgefordert worden sein“.

Nach der umfangreichen Rechercheserie, „Die Millionenfalle“ der Bonner Lokalzeitung, die SPD-Mann Jürgen Nimptsch „OBer Skandal-Abwickler“ seinerzeit überhaupt nichts lustig fand (weil die Sache so viele Wellen schlug), hat sich nun das Team der Kammerspiele Bonn unter Volker Lösch der WCCB-Aufarbeitung angenommen:

„Bonn um die Jahrtausendwende. Nach dem Umzug der Bundesregierung kommt die Stadt auf eine grandiose Idee: Die alten Parlamentsgebäude sollen zu etwas ganz Großem werden. Zu einem World Conference Center. Die ehemalige Bundeshauptstadt bleibt als UN-Standort weiter Zentrum der internationalen Politik. Und der Umbau soll Stadt und Bürger nichts kosten.

Ein Investor aus dem fernsten Osten verspricht, alles auf eigene Kosten zu bauen und zu betreiben. Das kommt einer Stadtregierung trefflich zupass, die gerade dabei ist, sich den Roman Herzog’schen Ruck zu geben und zu einer unternehmerischen Stadt zu werden. Ein grotesker Politkrimi beginnt, in dem sich zypriotische mit hawaiianischen Heuschrecken vor dem Landgericht Bonn um öffentlichen Besitz streiten, Millionen auf Nimmerwiedersehen verschwinden – und die städtische Aufsicht ein Maß an Gutmütigkeit gegenüber kleinen und großen Vergehen entwickelt, von dem Otto Knöllchenzahler nur träumen kann. Am Ende dieser Krimikomödie haben die Bonner Bürger nicht nur die Zeche in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro zu zahlen. Sondern die angespannte Haushaltslage wird als Begründung herangezogen, um Bibliotheken, Schwimmbäder und soziale Einrichtungen zu schließen. Wie konnte es dazu kommen? Und wie jetzt weiter?

Diesen Fragen widmen sich Volker Lösch und sein Team; mit seinen politisch und sozial brisanten Rechercheprojekten am THEATER BONN (WAFFENSCHWEINE und NATHAN) ist Lösch bereits auf große Resonanz gestoßen. Gemeinsam mit dem Autor Ulf Schmidt und den DramaturgInnen Nicola Bramkamp, Elisa Hempel und Leonard Merkes untersucht er zur Spielzeiteröffnung einen Trend in der Kommunalpolitik, für den das WCCB exemplarisch steht: den Ausverkauf der Städte.

Gemeinsam gehen sie der Frage nach, wie sinnvoll eine unternehmerische Stadt ist, die schwarze Zahlen schreibt, wenn ihre Bürger sich nicht mehr leisten können, in ihr zu wohnen. Was bringt Wirtschaftlichkeit auf Kosten der Bevölkerung? Welche Rolle übernehmen wir als Bürger im längst schon überregional gewordenen Sozialpolitikdebakel? Wollen wir, dass unsere Regierung die Stadt als Konzern betrachtet?
Und vor allem: Wem gehört die Stadt, in der wir leben?“

HINWEIS | Auch bei ausverkauften Veranstaltungen gibt es die Chance auf Restkarten an der Abendkasse. Zum Kartenvorverkauf geht es hier lang…

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