Wichtiger Appell an den Realitätssinn

(Bonner Presseblog) Zu den Festspielhaus-Thesen der „Initiative Kultur in Bonn“ und zu der Reaktion der Festspielhaus-Befürworter erklärt der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion Jürgen Repschläger:

Wichtiger Appell an den Realitätssinn

„In den Thesen der Initiative Kultur in Bonn werden viele wichtige und richtige Aspekte angesprochen“, so der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion Jürgen Repschläger in einer ersten Reaktion auf die 12 Thesen. So werden endlich realistische Zahlen für den Bau der Varianten Diamant und Welle genannt. „150-200 Millionen Euro sind unbestreitbare Erfahrungswerte“, so Repschläger, „ich gehe sogar von bis zu 250 Millionen aus.“

Auch der Hinweis auf die notwendige Untersuchung der Bodenbedingungen ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Hier geht es nicht nur um drohendes Hochwasser. Auf die Gefahr, dass sich unter dem Baugelände in der Rheinaue ein Kiesbett befindet, das die Stabilität des Baus gefährdet, hat die Linksfraktion immer wieder hingewiesen. „Um zu verhindern, dass wir als „schiefes Festspielhaus von Bonn“ in die Geschichte eingehen, müssen Tonnen von Beton ins Erdreich eingelassen werden und das kostet“, so Repschläger weiter.

Ein mehrfach eingefordertes Hallenkonzept für Bonn, wurde von der Verwaltung immer wieder mit dem Hinweis, dass man erst wissen müsse, ob das Festspielhaus kommt, nicht in Angriff genommen. All diese Hinweise der Initiative Kultur in Bonn sind wichtig und zeugen von Realitätssinn. Die Idee der Initiative, mit einem jungen Architektenteam eine deutlich angemessenere und preiswertere Schuhschachtelvariante neben und in Ergänzung der Beethovenhalle zu bauen, ist so schlecht nicht.

„Dieser Vorschlag, der, wenn man die Anfänge der Festspielhaus-Debatte betrachtet, nicht neu ist, hat allerdings zwei dicke Haken“, so Repschläger. „Zum einen kommt er mit Blick auf 2020 zu spät, zum zweiten kommt eine Finanzierung mit öffentlichen Mitteln für die Linksfraktion nicht in Frage, nicht zuletzt deshalb, weil die Sanierung der Beethovenhalle gestemmt werden muss.“

Die Ablehnung eines Baus mit öffentlichen Mittel ist aber auch die einzige Gemeinsamkeit zwischen Linksfraktion und den Festspielhaus-Befürwortern. „Ansonsten bleibt bei Eisel, Wulf-Mathies und Co. alles beim Alten: stur, dogmatisch und unbelehrbar halten sie an ihrer Betonhaltung im doppelten Sinne fest. Nicht zuletzt, indem sie mit keinem Wort auf die Argumente der Initiative Kultur in Bonn eingehen“, so Repschläger.

Die Grundhaltung der Initiative Kultur in Bonn ist auch die der Linksfraktion, deshalb sei sie hier vollständig zitiert: „Im Übrigen sind wir der Meinung, dass über die Rolle der Stadt Bonn als Beethovenstadt insbesondere ein originelles und künstlerisch außergewöhnliches, international konkurrenzloses Programm entscheidet und erst in zweiter Linie das Gebäude“.

Pressekontakt
Jürgen Repschläger
c/o Linksfraktion Bonn
Altes Rathaus
Am Markt
53111 Bonn
E-Mail: jrepschlaeger@gmx.net
Tel.: 0228 – 77 4081

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