Bonn: WCCB – Wurde so der Rat betrogen? (1)

Dieckmann-und_Hübner_auf_dem_Weg_nach_Canossa
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(Bonner Presseblog) Der erste „Betrug am Rat“- Beitrag“ (= unrechtmäßiges Verwaltungshandeln) aus dem Jahre 2012, ist noch heute interessant, denn was im RPA Bericht des GA stand (der durch Intervention des fehlgeleiteten LINKEN Bonner (Tobi) Teufel aus „Datenschutzgründen“ gelöscht werden musste und vom Bonner Presseblog wieder hochgeladen wurde) mutet eigenartig an: Was Professor Dr. Stefan Bajohr, einst haushaltspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, im  Jahre 2005 recht eindeutig Herrn Hübner mitteilte, als der zu früh mit dem Hut fürs IKKB rumging (s. unten in Rotschrift), klingt bei seiner Zeugenaussage (aus dem Bonner GA vom 13.05.2015) zehn  Jahre später ziemlich dünn: 

Die Stadt habe damals gewünscht, dass der Zuschuss „auf einen Schlag“ ausbezahlt werde und dass das Ministerium „das Ganze unbürokratisch (!) begleiten soll. Das war mir nicht geheuer.“

Deshalb habe er den Landesrechnungshof (LRH) eingeschaltet. Dort habe man ihm geraten, die Auszahlung an die „Landeshaushaltsordnung anzulehnen„. Letztlich wählte man das Standardverfahren, eine Auszahlung im klassischen Drei-Schritt-Modus nach Baufortschritt: Vergabe Rohbauauftrag, Fertigstellung Rohbau, Gesamt-Fertigstellung.“

Und nun der Bericht aus 2012:

Bekannt war, das die Projektleiterin Evi Zwiebler am 4. August 2005 die Hyundai-Gruppe aufgefordert haben soll, das Honorar für Thielbeer in Höhe von 30.000 Euro zu übernehmen – was dann auch geschah. Diesen Betrag, genau waren es 32.115,00 Euro, forderte zuvor Frau Zwiebler per Fax von der Kals-Gruppe. (bonner-presseblog.de) Weil der Deal mit Kals geplatzt war, wollte der aber nicht zahlen.

Vor Gericht berichtet Heinz Dieter Kals, der am 20. Juni 2005 per Telefon die Absage zur großen Besprechungsrunde erhielt: „Am selben Tag sei er von Zwiebler erneut aufgefordert worden, Thielbeer zu bezahlen. “Anleitung zu einer Straftat“, sagt Kals und lässt kein gutes Haar an der Stadtverwaltung. Die habe nur den „Esel gesehen, der die Dukaten kackt.“ (General-Anzeiger Bonn)

Kim, von dem bereits in 2005 intern bekannt war, dass er ohne Invest operierte, kackte bereits zuvor Dukaten, so wie die Verantwortlichen das bei der Stadt erwarteten. Er übernahm, als „nützlicher Idiot“ (?) von Bärbel Dieckmann & Co. die 500.000 Euro für den Architektenwettbewerb.
Im gelöschten (warum?) Sachstandsbericht der Stadt Bonn zum WCCB wird das deutlich. „SMI Hyundai war das erste Unternehmen, das bereit war, eigene Finanzmittel für die Projektentwicklung zu Verfügung zu stellen.“ Nimmt man sich diesen Sachstandsbericht heute vor, fallen weitere Merkwürdigkeiten auf, welche die diversen Prüfungen betreffen, die alle der Fa. SMI Hyundai das „CLEAR“ attestierten.

Auszug aus dem von der Stadtverwaltung gelöschten WCCB-Sachstandsbericht:

5. Verfahrensablauf WCCB und Verfahrensbeteiligte
SMI Hyundai Corp. / Prüfungen

Die Firma SMI Hyundai war das erste Unternehmen, das bereit war, eigene Finanzmittel für die Projektentwicklung zur Verfügung zu stellen. So übernahm SMI auch die Kosten für den Architektenwettbewerb in Höhe von 500.000 EUR.

Die Vertragsverhandlungen mit SMI begannen im September 2005 und wurden mit der Unterzeichnung des Projektvertrages im März 2006 abgeschlossen.

Parallel dazu liefen die Finanzierungsgespräche zwischen SMI und der Sparkasse KölnBonn.

Eine Baubeschreibung und eine Kostenkalkulation, die sowohl von der Verwaltung (SGB) als auch von der Sparkasse geprüft worden war, war Bestandteil des Vertrages.

Für die Stadt wurden die Wirtschaftspläne und Betreiberkonzepte von SMI Hyundai durch den beauftragten Wirtschaftsberater, Herrn Dr. Thielbeer, bewertet; für die Sparkasse erfolgten diese Prüfungen durch das Unternehmen Rödl & Partner. Wie bereits dargestellt, kam die Bezirksregierung zum gleichen Ergebnis.

Eine weitergehende professionelle Bewertung, u.a. auch die Bonitätsprüfung der Firma SMI Hyundai, wurde seinerzeit von der Sparkasse KölnBonn im Rahmen des Kreditantrages durchgeführt. Der Stadt wurden darüber belastbare Nachweise vorgelegt. Unter anderem hat die Sparkasse die Stadt darüber informiert, dass SMI in der USA von der Rechtsanwaltskanzlei Greenberg/Traurig geprüft worden ist und von dort als Ergebnis „clear“ gemeldet wurde. Ergänzend wurde seitens der Stadt eine Creditreform-Auskunft (29.06.2005) mit positiver Einschätzung eingeholt.

Am 14.12.2005 beschloss der Rat u.a. folgende Eckpunkte:
• SMI Hyundai plant, baut, finanziert und betreibt das Projekt einschl. der Bestandsbauten.
• UNCC verpflichtet sich, Eigenkapital einzubringen und die Gesamtfinanzierung über einen Kapitalgeber sicherzustellen.

Gemäß Projektvertrag (Notarvertrag vom 8.3.2006) betrugen die Gesamtinvestitionskosten für das Projekt 139 Mio. EUR nach Angaben UNCC, wobei die Gesamtherstellungskosten des Bauvorhabens mit 100 Mio. EUR benannt worden sind.

Auszug Ende.

Widersprüche zwischen dem Wissen oder Ahnen um die Kapitalknappheit des „Investors“ SMI Hyundai und den vielen „grünen Ampeln“ der prüfenden Institute und Institutionen, die das Gegenteil signalisierten, erkennt man beim Vergleich des o.a. „Sachstandsberichtes“ der Verwaltung vom 14.09.2009 (gelöscht nach Razzia der Staatsanwalt vom 15.09.2009) und dem Bericht des Rechnungsprüfungsamtes (RPA) zum WCCB vom April 2010 (öffentlich gemacht durch den GA am 13.07.2010):
Es ist nicht nötig, den kompletten RPA-Bericht zu studieren. Ein gewisser Jörg Heiterborn hat bereits Vorarbeit geleistet. Da ist zunächst der Versuch des damaligen Projektleiters Arno Hübner im Vorfeld vom Land NRW möglichst frühzeitig die Auszahlungen für das IKKB Projekt zu erhalten. Gruppenleiter, Prof. Dr. Stefan Bajohr, Ministerium für Bauen und Verkehr NW, hatte Arno Hübner am 21.10.2005 geschrieben:
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Auch den BLB NRW (Tiggemann) und das Finanzministerium (Dietrich) hatte Arno Hübner angeschrieben.
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So viel Vorsorge bei einem Investor, der einen großen Automobilkonzern hinter sich hat und der ganz locker 500.000 Euro für den Architektenwettbewerb  zur Verfügung stellt? Und alles bei einem Projekt, das die Stadt keinen schlappen Euro kosten sollte?

Es folgen im schwammig formulierten und chronologisch ungeordneten „Sachstandsbericht“,  die auf „Grün“ geschaltete Ampel Nr. 1:
„Für die Stadt wurden die Wirtschaftspläne und Betreiberkonzepte von SMI Hyundai durch den beauftragten Wirtschaftsberater, Herrn Dr. Thielbeer, bewertet.“
Im Businessplan von SMI Hyundai datiert vom 15. September 2005 liest man: „Die Projektkosten des Vorhabens für das vorgeschlagene Kongresszentrum und das Hotel in Bonn wird veranschlagt in Höhe von 145.000.000 EURO.“
Die DS. Nr.: 051123 mit der Weiterbeauftragung Thielbeers ist in Bo-RIS nicht mehr vorhanden, oder schwer zu finden. Der gesamte Vorgang inklusive der Hotelkostenexplosion ist jedoch minutiös in der Millionenfalle Nr. 7 aufgelistet.
Auffällig sind die bereits im Businessplan von SMI Hyundai veranschlagten Kosten von 145 Mio. Euro im Zusammenhang mit der inzwischen geöffneten „Whistleblower-Tüte“ aus Berlin: „Hotel, Tiefgarage, Kongresszentrum: alles inklusive für rund 110.727.404 Euro netto plus Generalunternehmer-Zuschlag. Da wäre man mit 135 Millionen Euro und einer Summe X für Unvorhergesehenes locker hingekommen. Hongs Kostenschätzung am 15. Januar 2009: 183,1 Millionen – ohne Tiefgarage, sondern mit einem preiswerteren Parkhaus“, so steht es im GA Berichtsreport vom 02.12.2011.
Im Rahmen des Wettbewerbs waren die Baukosten viel geringer gewesen und sollten eigentlich auch so fortgeschrieben werden: „Detailliert erläutert der „unabhängige“ Stadtberater, warum das Hotel des Kongresszentrums von der GEAG-Gruppe oder des IKBB-Konsortiums zunächst nur mit 185 Zimmern konzipiert war. Es galt 70 Millionen Euro Baukosten nicht zu überschreiten. Doch „neutrale Kostenschätzungen“ seien schon damals zwischen 78,8 und 82,2 Millionen Euro gelandet. SMI hingegen hatte „auf Bürofläche gänzlich verzichtet und die damit frei werdenden Flächen im Hochhaus dem Hotel zugeführt. Insoweit hat das Hotel nun 352 Zimmer.“ (Aus: Millionenfalle Nr. 7)
Es wäre interessant herauszufinden, was dem Rat so alles an Investitionskostenspielchen in nichtöffentlichen Sitzungen vorgeführt wurde.
Mitteilungsvorlage 0510099 der Stadt Bonn vom 26.01.2005: “ Maßgeblich für die aufzustellenden Business-Pläne sind die endgültigen Baukosten und Betriebskosten für die Neubauvorhaben. Zurzeit werden die kalkulierten Kosten für das Bauvorhaben überprüft.“
Noch merkwürdiger ist der Umstand, dass im Businessplan von SMI Hyundai steht: „Der Fall des Marketingplans basiert auf der Wahl der Millennium und Copthorne Hotels (M&C), um unser 250 RÄUME UMFASSENDES HOTEL unter der Marke Millennium zu managen“.
250 Zimmer für 145 Mio. Euro am 15. September 2005. Eigentlich sollte das Invest doch 74 Mio. Euro plus 40 Millionen Euro Eigenkapitalanteil des Investors = 104 Mio. Euro betragen! Weniger als 2 Monate später sichert die Sparkasse Köln/Bonn (Fusion der beiden Geldinstitute: 01.01.2005) das Projekt im Vorfeld auch mit diesem Betrag ab:

Unbenannt-2

Während für die Stadt Bonn die „Grüne Ampel“ Nr. 1 von Dr. Thielbeer geschaltet wurde, besorgten das Rödl & Partner das für die Sparkasse KölnBonn. Mit dem alten  SPK- TV Spot von Gustav Adolf Schröder könnte man dazu sagen: „Wie schalten uns ein, damit es so bleibt.“
Der Prüfbericht von Rödl & Partner liegt nicht vor, aber war die „Grüne Ampel“ Nr. 2 vielleicht ebenso hoffnungsvoll wie der sog. „Plausibilisierungs- und Businessplan“ dieser Firma vom 20.04.2009? Auf der Suche nach den verschwundenen Geldern der Baukasse von Friedhelm Naujoks fiel die „Positivbewertung“ des Projekts, nun mit Namen WCCB, auf:
„Eine überschlägige, sehr gnädige Ermittlung des Verkehrswertes des WCCB ergibt auf der Basis der “hochprognostizierten” Zahlen von Rödl & Partner, Köln ca. 120 Mio. Euro. Rechengang: im Jahr 2015 (!) sollte das WCCB (Konferenzzentrum + Hotel) 6.008 Mio. Euro EBITDA einspielen. Diese nicht so ganz aussagekräftige Zahl wird dem Reinertrag in der sog. “Maklerformel” (weil nicht so ganz genau) gleichgesetzt (de.wikipedia.org).“
Fortsetzung mit Ampel Nr. 3 (Bezirksregierung Köln), Ampel Nr. 4 (Greenberg/Traurig) und Ampel Nr. 5 (Creditreform) folgt…

Fortsetzung vom 13.11.2012:

Ampel Nr. 3, die Bezirksregierung Köln:
Lt. gelöschtem Sachstandsbericht der Stadtverwaltung wurde der „beabsichtigte Abschluss des Projektvertrages im Dezember 2005 angezeigt. (Die Ratssitzung war am 14.12.2005, Anm. d. Verf.) Sie teilte im Januar 2006 mit, dass keine Bedenken bestünden und führte u.a. aus, dass die Überprüfung des Businessplans incl. Wirtschaftsberechnung durch die Wirtschaftsberater Dr. Thielbeer realistisch gerechnet und im Ergebnis sehr positiv zu beurteilen sei; die Heimfallszenarien würden für kalkulierbar gehalten und es bestünden nach Prüfung der vorliegenden Unterlagen keine Gründe, an der Einschätzung des Wirtschaftsberaters zu zweifeln.“

Die Bezirksregierung Köln war vermutlich nie in der Lage den Businessplan vom 15. September 2005 von SMI Hyundai (siehe weiter oben) „spitz“ zu prüfen. Vermutlich wurde er nur durchgewunken. Selbst ein Laie erkennt, dass hier nichts „realistisch gerechnet“ wurde. Frau Langa von der SPK KölnBonn mailt Chung: „Das ist kein Business-Plan, sondern nur eine Beschreibung von Annahmen.“ In Langas Vermerken wimmelt es vor Skepsis: „Wir (die Sparkasse/Anm. d. Red.) tragen allein das Risiko. (…) Grundstücke sollten bei der Stadt bleiben (…) Gesellschaftsverhältnisse nicht transparent (…) Es gibt ein großes Verständnis-Delta.“ (siehe Millionenfalle Nr. 74)

Ampel 4: Greenberg/Traurig ist eine International Law Firm mit ca. 1.800 Rechtsanwälten und einer Niederlassung in Delaware. Der gelöschte Sachstandbericht lautet: „ Eine weitergehende professionelle Bewertung u.a. auch die Bonitätsprüfung der Firma SMI Hyundai, wurde seinerzeit von der Sparkasse KölnBonn im Rahmen des Kreditantrages durchgeführt. Der Stadt wurden darüber belastbare Nachweise vorgelegt. Unter anderem hat die Sparkasse die Stadt darüber informiert, dass SMI in den USA von der Rechtsanwaltskanzlei Greenberg/Traurig geprüft worden ist und von dort als Ergebnis „clear“ gemeldet wurde.“

Der „Sachstandsbericht“ der Verwaltung steht hier im eklatanten Widerspruch zu den Aussagen der SPK KölnBonn, und auch zu denen internen der Projektleiterin Evi Zwiebler. Man habe eben nichts Belastbares gefunden, gerade Bilanzen nicht. Aus dem Bericht ist auch nicht zu erkennen, welcher „Zweig“ von SMI Hyundai in wessen Auftrag geprüft wurde. War es SMI Capital & Investment, war es Norstar LLC oder Hyundai RNC?

Der sog. „Sachstandsbericht“ wird vermutlich von den Verantwortlichen in der Verwaltung wegen seiner leicht zu erkennenden Realitätsferne so früh gelöscht worden sein.

Ampel 5: Creditreform. Auch hier nur Widersprüche zur Aussage der Verwaltung: „Ergänzend wurde seitens der Stadt eine Creditreform-Auskunft (29.06.2005) mit positiver Einschätzung eingeholt.“ Nicht eindeutig ist, ob die „positive Einschätzung“ von der Creditreform oder von der Verwaltung vorgenommen wurde. Unklar ist auch, was die Creditreform da geprüft hat, denn es waren keine Bilanzen, oder belastbaren Aussagen vorhanden. Der ehemalige Bezirksbürgermeister Uli Hauschild (FDP): „2007 habe ein Freund mal recherchiert und über die creditreform erfahren, bei Kim und seiner SMI stehe nichts dahinter“ (s. Millionenfalle Nr. 81).

Aus dem Artikel, „Bonner Verwaltung bürgte für insolventen WCCB-Bauherren“ (Der Neue Kämmerer, vom 13.04.2010): „Vieles spreche dafür, dass die Stadt mehrfach vor dem südkoreanischen Bauherrn gewarnt worden sei. Demnach habe die Auskunftei Creditreform keine Bilanzen des Unternehmens erhalten.“ Das bestätigt auch Andreas Domschke, Geschäftsführer von der Creditreform Bonn Domschke KG: Bei genauerer Betrachtung der Unternehmen und Gesellschafter finde sich keine Spur, die über Kim nach Südkorea führe. „Beim Validieren der Daten sind wir regelmäßig an Grenzen gestoßen“ (s. Millionenfalle Nr. 8). Im „Märchenmann“ (Der Spiegel, 12.April 2010) heißt es allerdings: „Denn hätten sie alle nur etwas genauer hingesehen, dann hätten sie gemerkt, dass die SMI Hyundai, anders als von Creditreform gemeldet, eben doch nicht zum koreanischen Milliardenkonzern Hyundai gehörte, sondern nur so hieß. Doch die Stadt bohrte nicht nach.“

Die endgültige Version, was bei der Prüfung seitens der Verwaltung passiert, bzw. nicht passiert ist, ergibt sich aus der Vernehmung, des mit SPD-Parteibuch bis ins Vorstandsreferat von Frau Dieckmann gelangten Stadtplaners van Vorst. „Die Richter interessiert vor allem: Wer wusste im inneren Zirkel der Bonner Verwaltungsspitze ab wann, dass Kims SMI Hyundai Corporation gesellschaftsrechtlich nicht mit dem Hyundai-Konzern verwoben ist? Kim & Co. hatten schließlich eine Patronatserklärung des Konzerns in Aussicht gestellt. Für van Vorst „war das ein Konzern mit 200 Milliarden Jahresumsatz“, weshalb er auch die Patronatserklärung nicht als Problem ansah. Richter: „Kam die Erklärung?“ Van Vorst: „Wir haben sie nicht bekommen.“ Richter: „Woran ist es gescheitert?“ Van Vorst: Schweigen. Wie bereits in einer früheren Vernehmung weist van Vorst auch jetzt immer wieder darauf hin, dass er „nur fürs Technische zuständig war“ (Bonner GA vom 29.02.2012).

Fazit: Die Lesart dass manche Ratsmitglieder die Hintergründe nicht so genau verstehen wollten, aus Angst am Ende ohne Investor dazustehen, oder aus Euphorie über den „Glücksfall“ (Version des Ex-SPD-Fraktionsvorsitzenden Wilfried Klein) so bleibt die Verantwortung betrügerisch vorgegangen zu sein und über Jahre die Öffentlichkeit getäuscht zu haben bei der Dieckmann-Verwaltung. Außerdem ist bis heute ungeklärt, warum andere Investoren mit eindeutigeren Voraussetzungen nicht zum Zuge kommen sollten. Viele der ungeklärten Fragen lassen sich vermutlich erst im weiteren Verlauf des Gerichtsverfahrens klären. Ein wertvolles Hilfsmittel zum Verständnis der Zusammenhänge bietet nach wie vor der RPA Bericht zum WCCB.

Kommentare

  • Kommentiert:05.12.2011
  • Autor:Gesine Bolz

Betrogen? Einfach sö?

  • Kommentiert:06.12.2011
  • Autor:Annegret Lohstroh

„Gustav Adolf Schröder (SPK KölnBonn) soll in verschiedenen Projekten 12 Millionen Euro veruntreut haben und mit anderen in Verdacht stehen, Subventionsbetrug mit Fördermitteln des Landesregierung begangen zu haben“, berichtet das Magazin Focus.

Hat Friedhelm Naujoks bei Schröder abgekupfert?
Vielleicht hat ihm jemand aus dem Sparkassenumfeld gesteckt, wie das funktioniert…

  • Kommentiert:07.12.2011
  • Autor:pathfinder

„Die Firma SMI Hyundai war das erste Unternehmen, das bereit war, eigene Finanzmittel für die Projektentwicklung zur Verfügung zu stellen. So übernahm SMI auch die Kosten für den Architektenwettbewerb in Höhe von 500.000 EUR“

SMI soll die Kosten für den Architektenwettbewerb übernommen haben. SMI steht somit als Abkürzung für das gesamte Firmengeflecht rund um das WCCB. Nur zur Klarstellung:
SMI Hyundai = Kim
SMI Hyundai Europe GmbH= Hongs Bauunternehmen

Die Architektenkosten sollen von SMI Hyundai Europe GmbH übernommen worden sein. Wurde auch überprüft ob die Kosten in Gänze an die Wettbewerbsgewinner ausgezahlt worden sind oder gab es auch hier wieder irgendeinen Deal zwischen Stadt und Hong?

  • Kommentiert:07.12.2011
  • Autor:Jörg Heiterborn

@ pathfinder
Ganz recht, SMI Hyundai ist nicht SMI Hyundai Europe!
Deutlich wird das in den beiden Berichten des GA vom Prozess:
Während Kals die Vorgehensweise des „Erstinvestors“ Kim als „lässliche Sünde“ (Verteidiger Graf: „Managementfehler“) bezeichnet, ist sein Urteil über Arno Hübner, der über die außerordentliche Professionalität von SMI sehr angetan war, vernichtend: „Hübner sei nicht ehrlich gewesen: „Er ist ein böser Mann.“
http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/WCCB-Prozess-Zeuge-laesst-kein-gutes-Haar-an-der-Stadt-article571486.html

Anders RA Chung, der Hong ins WCCB-Spiel brachte: „Hübner“, so Chung, „ist der korrekte deutsche Beamte“, der jedes Wort genau überlege und „dem das WCCB-Projekt ein persönliches Anliegen war“.
http://www.general-anzeiger-bonn.de/lokales/bonn/WCCB-Prozess-Huebner-ist-der-korrekte-deutsche-Beamte-article275261.html

Hier werden die Lager deutlich: die beiden (smarten?) Geschäftsleute Kim und Chung, wie so viele andere in Bonn (Jörg Haas lässt grüßen), vom Dieckmannschen Apparat rüde missbraucht oder ausgebootet. Auf der anderen Seite, Chung und Hong, die mit Hübner und Zwiebler gut kooperiert zu haben scheinen.

Und was sagte Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) über Arno Hübner bei dessen Verabschiedung:
„Sie sind ein guter Vorgesetzter, ein verlässlicher Kollege und oft gelassener als ich es bin.“ Ausgestattet mit technischem Verstand, habe er viele Probleme gelöst, „auch die schwierigen“, und mit großer Bereitwilligkeit immer besondere Aufgaben übernommen. Und er sei unglaublich loyal gewesen.“
(„Ein Nicht-Beamter geht in den Ruhestand“, GA vom 19.09.2007).

Mit der Loyalität ist das so eine Sache, wird sich Arno Hübner heute denken und sich an die gelöschte Rede von Frau Dieckmann vom 17.09.2009 („Stehen und nicht Gehen“) erinnern:
„Gegen mögliche Täuschungen ist niemand gefeit, gegen kriminelle Machenschaften erst recht nicht.“
http://bonner-presseblog.de/wp-content/uploads/2010/08/Verantwortung.pdf

  • Kommentiert:07.12.2011
  • Autor:ariel

Toller Beitrag die Verabschiedung von Arno Hübner…
Leider nur auf „people“ zu finden.

„Freundliche Worte auch von Ex-Stadtdirektor Klaus Rauen: Hübner sei leider eine aussterbende Spezies; heute würden häufiger „Parteisoldaten“ solche Ämter bekleiden. Der Geehrte selbst, der morgen 65. Jahre alt wird, dankte Kollegen und Gästen für viele Jahre guter Zusammenarbeit und sagte bescheiden: „Ich hinterlasse Unvollendetes.“

Wie hellseherisch von Herrn Kleinefeld: der „Parteisoldat“ Klein ist weg vom Fenster, der „loyale Ex-Stadirektor“ ward nie mehr gesehen und alle samt Frau Dieckmann haben Bonn etwas „Unvollendetes“ hinterlassen!
Endlich mal Schubert und kein Beethoven!

  • Kommentiert:08.12.2011
  • Autor:Gorki Teu

Sparkasse? Hatten wir früher zu Hause. Sparschwein, oder kleine Blechbox. Konnten Kinder Geld von Oma und Tante einwerfen. Unten kleines Schloss. Später zum Geldinstitut. Schloss auf, Geld auf Konto mit Zinsen..
Heute: Geld rein, Zinsen gegen null und die Spargroschen, bzw. Sparcents werden für kriminelle Machenschaften missbraucht!

  • Kommentiert:08.12.2011
  • Autor:Josef A.

Erneut wird in die eitrige Klüngel-Blase Köln gestochen. Oppenheim-Esch und Konsorten sind dran.
Auch Herr Bietmann (CDU) ist wieder mit dabei, da ist der Weg zum Ex-Sparkassenchef Gustav Adolf Schröder (SPD) nicht weit. War die Sparkasse KölnBonn im Vorfeld zum WCCB-Deal und während des ganzen Verfahrens nur „Dritter“ oder doch nicht so ganz uneigennützig?
Meldung vom 04.12.2008:
„Die Sparkasse Köln/Bonn benötigt 300 Millionen Euro, um weitere Kredite vergeben zu können. Den Großteil der Summe bezahlt Köln. Auch der Rat der Stadt Bonn stimmte am Donnerstag einer Finanzspritze zu.“

  • Kommentiert:09.12.2011
  • Autor:Bonn-Blog Leser

Werter Josef A.
Reichlich verwegen diese Theorie! Vielleicht gab es eine Art überparteilichen „mainstream“ im Denken zum Thema Strukturwandel. Bei der Suche nach den Handelnden im Vorfeld wurden auf dem Presseblog schon Bärbel Dieckmann, Wilfried Klein und Benedikt Hauser genannt…

  • Kommentiert:09.12.2011
  • Autor:Kardinal Fehler

Auch der Ehemann der Bonner Ex-OB, Jochen Dieckmann sei Mitglied im Verwaltungsvorstand der SPK Köln-Bonn gewesen (Gründung 1. Januar 2005), meinen die Unterstützer des Angeklagten Südkoreaners Kim.

http://www.mankikim.com/faq.php

„Ms. Diekmann and her husband both list themselves as members of the Board of Trustees of Sparkasse Bonn-Koln, the bank that provided funding for the UNWCCB construction project.“

Zur Bekräftigung wurde inzwischen das Sparkassenemblem missbraucht, wie gemein!

http://www.mankikim.com/about_site.php

  • Kommentiert:10.12.2011
  • Autor:Ulla

@ Bonn Blogleser

Finde ich nicht so verwegen. Vielleicht ist eines der Vorstandsmitglieder mit dem WCCB-Projekt karrieremäßig die Treppe hinaufgefallen?

  • Kommentiert:10.12.2011
  • Autor:Ulla

Uli Voigt ist kein Gustav Adolf Schröder!
Aber:
„Im Februar 2009 reisen die Bonner WCCB-Projektbeauftragten Evi Zwiebler und Arno Hübner nach Seoul (Südkorea), wo der WCCB-Investor SMI Hyundai Corporation mit Sitz in Reston/ Delaware (USA) eine Filiale betreibt. Die beiden begleitet Uli Voigt, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse KölnBonn, der Kreditgeberin des Projekts. Stadtsprecher Friedel Frechen begründete damals den Trip: „Um vertrauliche Gespräche im Hyundai-Konzern zu führen.“
Dazu Recktenwald: „Wie bitte? Dass der dortige Autokonzern nichts mit SMI zu tun hat, weiß doch mittlerweile jeder; auch dass der Geschäftsführer Kim keine Bonner Geschäfte mehr führt (…) Was also soll dann mit wem zu dritt in Seoul zu besprechen sein? Wir brauchen, wo die Kölner gerade erst damit durch sind, doch sicherlich nicht auch noch unser eigenes Lustreiseverfahren.“

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