WCCB-Skandal: Muss Ex-OB Bärbel Dieckmann in den Zeugenstand?

Oberbürgermeisterin_Bärbel_Dieckmann Interview_zur_WCCB-Bürgschaft_am 24_08_2009
Oberbürgermeisterin_Bärbel_Dieckmann Interview_zur_WCCB-Bürgschaft_am 24_08_2009
Oberbürgermeisterin_Bärbel_Dieckmann Interview_zur_WCCB-Bürgschaft_am 24_08_2009

(Bonner Presseblog) „Ob die heutige (immer noch -) Präsidentin der Welthungerhilfe als Zeugin Nummer 34 noch aussagen muss, entscheidet das Gericht am 9. August“, das berichtete der Bonner Generalanzeiger am 27.07.2017. Wie das Landgericht wohl entscheiden wird? Immerhin ließ es den „Mehrfachstraftäter“ Naujoks, nach Meinung kundiger Prozessbeobachter, mir nichts dir nichts laufen… und zwar mit Hilfe ganz furchtbar eigenartiger ermittlungstechnischer „Feststellungen“.

Morgen müsste man mehr wissen, über den „Schadensersatzprozess in Bonns größtem Bauskandal… 33 Zeugen hat die 1. Zivilkammer gehört im Rechtsstreit der Stadt Bonn gegen den betrügerischen Investor des World Conference Center Bonn (WCCB), Man-Ki Kim, und dessen rechte Hand, Ha-Sung Chung. Nur eine Zeugin fehlt noch: die damalige Verwaltungschefin und Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann.

Die „will nicht in den Zeugenstand treten und hat dem Gericht mitgeteilt: Sie berufe sich auf ein Zeugnisverweigerungsrecht, das ihr zustehe, um sich bei wahrheitsgemäßer Aussage nicht der Gefahr von Schadensersatzansprüchen auszusetzen.“

Die „Ex-OBiene“ möchte nicht Gefahr laufen, der Staatsanwaltschaft Bonn „Amtshilfe“ zu leisten. Die hatte nämlich schon recht früh über Pressesprecher Fred Apostel (der auch schon mal von einem ermittelnden Kollegen beim Legionellenskandal massiv „gelinkt“ wurde) erklären lassen:

„Es sei leicht gesagt, dass die Chefin der Verwaltung in so einem Fall hätte unterrichtet sein müssen… Er reagierte (im Bonner Generalanzeiger vom 22.03.2012) damit auf Äußerungen in der Öffentlichkeit. „Aber wir müssen es nachweisen.“ Die Staatsanwaltschaft sei verpflichtet, anhand der gegebenen Möglichkeiten einen strafrechtlich relevanten Sachverhalt zu beurteilen und zu entscheiden. „Das haben wir hier nach langer Aufarbeitung und intensiver Diskussion getan. Wir sehen keine andere Möglichkeit, das Verfahren anders zu beenden.“

Das kann man natürlich verstehen, denn jeder glaubt der Ex-OB die verwaltungstechnische Unbedarftheit, die sie, einer Schmierenkommödie gleich, vor der WDR-Kamera demonstrierte: Das WCCB, „nicht ihr Baby“, das Märchen von der nicht existierenden Bürgschaft und den Zinsen, die im schlimmsten Fall das Stadtsäckel belasten würden. Nach wie vor führt dieses Dieckmann-Interview mit über 1.300 Aufrufen die Hitliste auf Youtube an

„Warum Dieckmann die schon früh erkannten Finanzprobleme verschwieg, soll sie später gegenüber Uckermann erklärt haben, wie der nun im Prozess erneut erklärt. Nachdem er im Frühjahr 2009 Einsicht in die WCCB-Akten genommen und Dieckmann angesprochen habe, habe sie geantwortet: Hätte ich euch informiert, hättet ihr den Bau verhindert. Genau das hatte Uckermann bereits 2012 im Strafprozess gegen Kim ausgesagt. Ein Dementi von Dieckmann folgte umgehend.“

Auch dieses Bekenntnis Dieckmanns, zwar später (wie alles) dementiert, aber durchaus plausibel, ist ebenfalls auf youtube zu sehen.

Es bleibt also spannend, wie die Bonner Gerichtsbarkeit einen Ausweg findet, um auch den letzten Makel der bundesstädtischen Geschichte zu tilgen. Alles andere wäre nämlich schlecht: für Bärbel Dieckmann, die SPD und vor allem für die Deutsche Sektion der Welthungerhilfe, die, wie manche glauben, allzu heftig an ihrer Reise-Präsidentin klebte...

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