Weltklimakonferenz: Ex-Bürgermeister Bloomberg spendet Geld, Ex-Bürgermeisterin Dieckmann warme Worte

WCCB_Bärbel_Dieckmanns_Bürgschaftserklärung_ im_WDR_am_24_08_2009
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(Bonner Presseblog) Weltbürgermeistertreffen haben als eigenständige Veranstaltungen oder parallel zu internationalen Konferenzen eine lange Tradition.

Am Sonntag, 12. November fand auf der COP, erstmalig auf einer Klimakonferenz überhaupt, der Gipfel der Städte und Regionen statt: „Die Bundesstadt Bonn, das Land Nordrhein-Westfalen und ICLEI, das Städtenetzwerk für Nachhaltigkeit, begrüßten mehr als 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus mehr als 80 Ländern, darunter rund 300 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister.“

Diese Treffen sind verbunden mit der Positionierung von weltweit wichtigen Themen, Städteinteressen (hinter denen oft die Landesregierungen stehen) und den auftretenden Personen. Deren „Idealismus“ verleiht ihnen, gerade bei der Klimaproblematik eine Gloriole, die wiederum zu Hause partei- vulgo machtpolitisch genutzt werden kann.

Typischer Fall für dieses „Geben und Nehmen“ ist die Causa der Bonner Ex-OB Bärbel Dieckmann.

Im Juli 2008 war es Bärbel Dieckmanns große Stunde, als „Stadtoberhäupter aus der ganzen Welt an der internationalen Bürgermeisterkonferenz zu e-Government und Informationstechnologie, die jetzt in Seoul stattgefunden hat, teil. Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann reiste auch in ihren Funktionen als Vorsitzende des World Mayors Council on Climate Change und OB der UN-Stadt Bonn in die süd-koreanische Metropole“, so die Verlautbarung auf der Homepage der Stadt Bonn.

Im September 2009, einen Monat vor dem Ende ihrer regulären Amtszeit, forderte der Rat der Stadt Bärbel Dieckmann mehrheitlich zum Rücktritt auf. Sie lehnte ab, schied aber freiwillig aus dem Amt, da sie sich bereits im Herbst 2008 um die Präsidentschaft der Deutschen Sektion der Welthungerhilfe als Nachfolgerin für Ingeborg Schäuble beworben hatte.

Trotz Ermahnungen das Amt ruhen zu lassen und Bedenken von Hilfsorganisationen, dass die WHH Schaden nehmen könnte, bekleidet sie das Ehrenamt bis heute. Zwar muss die Mitverantwortliche beim WCCB-Desaster keine  Strafverfolgung mehr fürchten, dennoch bleibt die Angst als Zeugin im Schadensersatzprozess am 20. Dezember zu unliebsamen Dingen Stellung nehmen zu müssen.

In direktem Zusammenhang mit dem Weltklimagipfel stehen die Ereignisse rund um den monströsen WCCB-Skandal, weil sich Frau Dieckmann kürzlich aus der Provinz ausgerechnet zu Berichts- und Transparenzregeln im Rahmen der Konferenz im WCCB äußerte. Die Mutterschaft des Bonner Prestigeprojekts hatte sie aber verweigerte, als der Baum lichterloh brannte und sie solche Regeln unterlief. „Nein, das WCCB ist nicht mein Baby und das ist kein Projekt meiner Amtszeit...“ verkündete sie forsch am 24.8.2009 der insistierenden Redakteurin. Sie belog die Hörer der WDR-Lokalzeit umfänglich, wie man das auch noch heute auf dem You-Tube Video nachvollziehen kann.

Der „Heilbronner Stimme“ erklärte die frühere Bonner Oberbürgermeisterin am 4. November im Vorfeld des Weltklimagipfels: „Eine der zentralen Aufgaben in Bonn werde sein, „das Regelbuch für die kommenden Jahre zu formulieren. Dazu gehören Berichts- und Transparenzregeln, mit denen die Fortschritte auch gemessen werden können. “

Bestimmt wünschen sich viele Bonner Bürger spendenwillige Stadtoberhäupter wie New Yorks Michael Bloomberg und eine Ex-Oberbürgermeisterin, die vor Gericht endlich aktiv bei der Schadenminderung mitwirkt. Das wäre das Mindeste, was man kurz vor Weihnachten erwarten darf.

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