Bonn und München: Maßnahmen gegen das Geschäft mit Medizintouristen

Südstadt_Ausbau_Dachgeschoss
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(Bonner Presseblog) 3.500 Euro pro Monat für eine Drei-Zimmer-Wohnung – kaum ein Deutscher würde so viel zahlen. Doch immer mehr Immobilienagenturen haben sich auf Medizintouristen spezialisiert und vermitteln Wohnungen auf Zeit. Wer verdient an dem Geschäft?

In Bonn-Bad Godesberg suchen wir mit versteckter Kamera eine Wohnung für vermeintliche Freunde aus Nahost. Der Vermieter spricht arabisch. Er zeigt uns eine einfache 2,5-Zimmer-Wohnung an einer vielbefahrenen Straße. Laut Vermieter soll sie etwa 120 Euro pro Tag, also 3.600 Euro im Monat kosten. Für Berufstätige kaum leistbar, nicht so für Medizintouristen. Sie kommen aus Nahost oder Russland. Immer mehr lassen sich in Deutschland stationär behandeln. Kamen 2006 noch gut 50.000 ausländische Patienten, waren es 2015 schon mehr als 100.000.

Für den Wohnungsmarkt ist das ein Problem. Denn viele Gastpatienten wollen nicht in Hotels übernachten. Das ist wiederum gut für die Vermittlungsagenturen. Bis zu 400 Wohnungen in zum Beispiel Bonn sollen sie dauerhaft an Medizintouristen vermietet haben. Anwohner klagen darüber. „Junge Familien und jüngere Leute, die finden in Bad Godesberg absolut keine bezahlbare Wohnung, weil alle freien Wohnungen direkt von arabischen Leuten, Immobilienmaklern, oder was auch immer, gegriffen werden“, sagt Anwohner Josef Schäfer.

Weiterlesen auf plusminus in: Das ERSTE, Sendung vom Mittwoch, 11.01.17 | 21:45 Uhr

Aktuell:

15.02.2017
09:00 Uhr
Saal 3
Landeshauptstadt München Zweckentfremdung von Wohnraum

Die Kammer verhandelt an diesem Tag mehrere Klagen zum Thema Zweckentfremdung von Wohnraum in München.

Im ersten Fall um 9:00 Uhr wirft die Landeshauptstadt dem Kläger vor, professionell als Mieter oder Untermieter Wohnungen an sogenannte „Medizintouristen“ zu vermieten. Gestützt auf das Zweckentfremdungsrecht hat die Stadt dem Kläger diese Vermietung untersagt, wogegen er nun gerichtlich vorgeht.

Im nächsten Fall (um 9:45 Uhr) wehrt sich der Kläger gegen ein auf Zweckentfremdungsrecht gestütztes Verbot, seine Wohnung über ein Internetportal an Touristen zu vermieten.

Die Fälle im Anschluss behandeln wieder die Untersagung der Vermietung von Wohnungen an „Medizintouristen“.

Siehe auch: Edles Papier für den arabischen Medizintouristen in Bad Godesberg

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