Solarworld Pleite doch Fotovoltaik-Branche erwartet Boom

Naujoks, Kelber, Klein auf dem Heinrich Hertz Berufskolleg 2005
Naujoks, Kelber, Klein auf dem Heinrich Hertz Berufskolleg 2005
Naujoks, Kelber, Klein auf dem Heinrich Hertz Berufskolleg 2005

(Bonner Presseblog) „Er wurde Sonnenkönig tituliert, und er wehrte sich nicht wirklich dagegen: Frank Asbeck, Gründer und Chef des Sonnenstrom-Unternehmens Solarworld. Jetzt wird es finster um Asbeck (der bisher die Abstürze gut überlebte). Nach einer langen Phase des Darbens hat der Vorstand des Bonner Unternehmens einen Insolvenzantrag angekündigt. Es bestehe keine „positive Fortbestehensprognose“ mehr, hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung“ und was wohl vermeidbar gewesen wäre, bei einem, von Bonner SPD-Größen und dem hofierten Unternehmer (s. Bild): die Betriebsratschefin Anke-Martin Heede erfuhr von der Insolvenz aus dem Radio.

Men not sun at work

 

„Aus den Insolvenzanträgen folgt aber auch, dass Asbeck offensichtlich nicht plant, die Insolvenz in Eigenverwaltung, möglicherweise mit einem Schutzschirmverfahren durchzuführen“, so die Pressemitteilung vom 22.05.2017 von Wegener, Köke, Fleischmann  zu einer möglichen Liquidierung von Solarworld: „Möglich ist nach wie vor ein/mehrere Insolvenz-Planverfahren mit dem Ziel des Erhalts eines oder mehrerer Unternehmen. Die Beteiligten halten sich mit Informationen allerdings bisher zurück. Auch vom Insolvenzverwalter gibt es keine öffentlichen Erklärungen. Der einzige, der sich äußert, ist Asbeck. Er gibt öffentlich in allen möglichen Medien die Schuld an der Insolvenz den Chinesen. Diese Schuldzuweisungen dürften nur ein Teil der Wahrheit sein. Das Insolvenzverfahren wird zeigen, ob auch im Fall SolarWorld (siehe KTG Agrar SE und German Pellets) insbesondere die eingeworbenen Gelder aus den Mittelstandsanleihen, aber auch aus den Fördergeldern sachgerecht verwendet wurden.“

Ungeachtet dieser überraschenden Entwicklung – der Solarkonzern hatte noch Ende März angekündigt, mit einem scharfen Sparprogramm bis 2019 wieder aus der Verlustzone kommen zu wollen, hatte aber im vergangenen Jahr einen Verlust von 92 Millionen Euro verbucht – erwartet die deutsche Fotovoltaik-Branche einen Boom: „Die Stimmung ist so gut wie seit sieben Jahren nicht mehr“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) Carsten König, zum Auftakt der weltgrößten Solarmesse Intersolar in München. Der Fall von Solarworld sei bitter, aber ein Einzelschicksal.“

Als Grund für den zu erwartenden Aufschwung wurde „der Boom bei Batteriespeichern und immer weiter sinkenden Sonnenstrompreisen genannt“, so der Münchner Merkur vom 01.06.2017 über die Intersolar Europe, die einen Tag später ihren Abschluss fand.

Hinweis zu den sinkenden Sonnenstrompreisen: „Forscher prognostizieren gigantischen Solarboom“, in: SPIEGEL Online vom 14.04.2017 und zu

Batteriespeichern (Smart Renewable Energy): PM der Intersolar Europe 2017

Kommentar schreiben

Danke, daß Sie sich entschlossen haben einen Kommentar zu schreiben! Bitte beachten Sie, daß unsere Kommentare moderiert werden um zu verhindern, daß der Bonner Presseblog als Plattform zum Spammen missbraucht wird.

CAPTCHA-Bild