Vorschlag für die zukünftige Struktur der Stadtbibliothek liegt vor

(Bonner Presseblog) Die Verwaltung hat für die Sitzung des Kulturausschusses am 25. November eine Beschlussvorlage zur zukünftigen Bibliotheksstruktur vorgelegt. Der Vorschlag beinhaltet die Schließung der Bibliotheksstandorte Rheindorf, Dottendorf und Endenich zum 1. März 2015 sowie des Standortes Beuel Brückenforum zum 1. August. Der Standort Auerberg soll nicht realisiert werden.

Die Verwaltung geht von einem Einsparpotenzial in Höhe von rund 445 000 Euro pro Jahr aus. Die Summe setzt sich aus Sach- und Personalkosten zusammen. Von den 9,5 wegfallenden Stellen würden 4,5 Stellen in die Zentralbibliothek verlagert werden. Die restlichen Stellen sollen sukzessive abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen wird es nicht geben.

Die neue Bibliotheksstruktur sieht vor, dass es in Ergänzung zum stadtweiten Angebot im Haus der Bildung künftig in jedem Stadtbezirk eine Stadtteilbibliothek gibt. Die Bezirksbibliothek Bad Godesberg, die Stadtteilbibliotheken Beuel-Ost, Brüser Berg und Tannenbusch sollen erhalten bleiben. Daneben bietet die Musikbibliothek im Schumann-Hauses ein spezielles Angebot.

Was den ursprünglich angedachten Standort in der Auerberger Mitte betrifft, verhandelt die Verwaltung derzeit mit dem Investor über eine alternative städtische Nutzung – zum Beispiel die Unterbringung des Fachdienstes für Familien- und Erziehungshilfe (FFE) für den Bezirk Bonn-Nord.

Die Situation in den Stadtbezirken Bonn und Beuel
Der Stadtbezirk Bonn ist mit derzeit fünf Bibliotheksstandorten das am dichtesten bibliothekarisch versorgte Stadtgebiet. „Die neue Zentralbibliothek im Haus der Bildung ermöglicht aufgrund ihres attraktiven Angebotes, der erweiterten Öffnungszeiten und der sehr guten Anbindung an den ÖPNV zumindest teilweise eine Kompensation für die zu schließenden Standorte“, versichert Stadtbibliotheksleiterin Gabriele Belloff.

Die Bezirksbibliothek im Brückenforum liegt vollständig im Einzugsbereich der Zentralbibliothek im Haus der Bildung und ist über ÖPNV sehr gut verbunden, daher der Schließungsvorschlag für diese Bezirksbibliothek. Die bisher kombinierte Stadtteil- und Gesamtschulbibliothek Beuel-Ost soll künftig als reine Bezirksbibliothek betrieben und ausgestattet werden. Der Schulbibliotheksteil würde voraussichtlich zum Schuljahreswechsel 2016/2017 von der Stadtbibliothek nicht mehr hauptamtlich-fachlich betrieben. Die beiden Bibliotheksteile müssten organisatorisch und räumlich getrennt werden.

Die neuen Öffnungszeiten im Haus der Bildung
Das moderne Angebot der neuen Zentralbibliothek im Haus der Bildung soll durch ausgeweitete Öffnungszeiten möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden. In einem ersten Schritt werden sie von 35 auf 41 Stunden in der Woche erhöht. „Die Zustimmung des Personalrats zu der dafür erforderlichen Änderung der Arbeitszeiten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbibliothek liegt inzwischen vor“, erläutert Belloff.

Neben den sechs zusätzlichen Öffnungsstunden je Woche ist in der Anfangsphase auch mit einem erheblich erhöhten Besucheraufkommen und Neuanmeldungen zu rechnen. Hinzu kommt, dass die Bibliotheksbesucher im Umgang mit der Selbstverbuchungstechnik und bei der Orientierung im Haus Unterstützung benötigen. Hier soll Personal aus den aufgegebenen Standorten zum Einsatz kommen.

Das neue Verbuchungssystem
Die Wirtschaftlichkeit des Bibliotheksbetriebes soll durch die Einführung von Selbstverbuchungs- und Kassenautomaten verbessert werden. Neben dem reduzierten Personalaufwand werden hierdurch langfristig „servicefreie“ Zeiten ermöglicht, in denen nur eine Aufsichtsfunktion notwendig ist.

Die Einführung von RFID für die gesamte Stadtbibliothek ist bereits im Zuge der Baumaßnahme Haus der Bildung auf den Weg gebracht und steht für die Bezirksbibliothek Bad Godesberg und die Zentralbibliothek im Haus der Bildung kurz vor der Realisierung. Der gesamte Medienbestand der Stadtbibliothek wird hierzu mit den für die Verbuchung erforderlichen Chips zur Funkfrequenz-Identifizierung (RFID) versehen.

So geht es weiter
Ende 2015 ist eine Evaluierung des Personalbedarfs in der Zentralbibliothek vorgesehen. Danach soll entschieden werden, ob eine weitere Ausweitung der Öffnungszeiten möglich ist. „Im Hinblick auf den Kursbetrieb der Volkshochschule und die Ladenöffnungszeiten im Umfeld des Hauses der Bildung wäre eine weitere Ausweitung der Öffnungszeiten der Zentralbibliothek sehr wünschenswert“, erläutert Kulturdezernent Martin Schumacher.

Auch die Öffnungszeiten der verbleibenden Bibliotheksstandorte in den anderen Stadtbezirken sollten nach der Veränderung des Zweigstellennetzes in den Blick genommen werden.

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