WHH-Präsidentin Dieckmann will doch im WCCB-Schadenprozess aussagen

Kim + Dieckmann + Schultze im WCCB, Bonn Inside April 2008
Kim + Dieckmann + Schultze im WCCB, Bonn Inside April 2008
Kim + Dieckmann + Schultze im WCCB, Bonn Inside April 2008

(Bonner Presseblog) Koinzidenz, Koinzidenz…? Am Sonntagabend zu bester Sendezeit macht Ex-Außenminister und amtierender Bundespräsident Frank-Walter-Steinmeier anlässlich der „Woche der Welthungerhilfe“ traditionsgemäß Werbung für die Organisation.

Die WHH dürfte das nötig haben, den hin- und wieder irrlichtert die Noch-Präsidentin der Deutschen Sektion der WHH durch die Presse. Wie ein böser Dämon verfolgt sie das WCCB, das sie einst als Glücksfall pries und dessen Schatten auch immer wieder ungewollt auf die hilfreiche Spendenorganisation fällt.

Nun hat sich die, nach eigener Erklärung damals völlig uninformierte Oberbürgermeisterin, vermutlich wegen der juristisch aussichtloser Lage eines möglichen Widerspruchs bereit erklärt im Prozess um den WCCB-Skandal als Zeugin (!) auszusagen, berichtet der Bonner Generalanzeiger vom 17.10.2017

Nach Angaben von Gerichtssprecher Bastian Sczech ist die Beschwerdefrist gegen eine entsprechende Entscheidung der 1. Zivilkammer abgelaufen, ohne dass Dieckmann gegen das Urteil Beschwerde eingelegt hat. In dem Zwischenurteil hatte der Vorsitzende der 1. Zivilkammer, Stefan Bellin, unter anderem erklärt, dass Dieckmann sich zu Unrecht auf ein Zeugnisverweigerungsrecht berufen habe… Die heutige Präsidentin der Welthungerhilfe wird nun als 34. und damit vermutlich letzte Zeugin in dem seit Anfang 2014 laufenden Zivilverfahren aussagen müssen.“

Dass nun u.U. mehr Licht in das Dauer-Dunkel des eigentlich größten öffentlichen bundesrepublikanischen Bau-Betrugsskandals kommt, wird viele Bonner Steuerzahler ganz überparteilich freuen, denn die Verweigerungshaltung von SPD-Frontfrau Bärbel Dieckmann dauert bereits seit August 2009 an.

Unklar ist immer noch, wer an entscheidender Stelle an der Schraube gedreht hat, dass Man-Ki Kim und dem Baukonzern SMI – Hyuandai der Zuschlag untergejubelt wurde, obwohl die SPK Köln-Bonn kein grünes Licht gegeben hatte. Wie sagte Andreas Riegel von Transparancy International am 21.05.2015 im Deutschlandfunk: „Wenn bei einem großen Projekt alle Investoren sich verabschieden und sagen, das ist wirtschaftlich nicht durchzuführen, dann hat das Signalwirkung und dann muss man sich fragen, ob man dort ein marktfähiges und wirtschaftlich sinnvolles Projekt anbietet.“

Letzten Endes geht es auch darum, ob Bärbel Dieckmanns Verwaltung, die es eigentlich hätte besser wissen müssen (und es laut RPA-Bericht wohl auch besser gewusst hat) den Rat der Stadt Bonn absichtlich das Märchen vom SMI-Hyundai- Weltkonzern nicht ausgeredet hat.

Allzuviel darf man sich allerdings nicht erwarten, denn immer noch steht mit „HammPartner“ aus Frankfurt (mit rein zufälligen Querverbindungen zur Bonner Großkanzlei Redeker-Dahs & Coll.) eine kompetente Verteidigerriege hinter „Ms. Deikmann“. Gegen die Ex-OB „and her husband Joechen“ setzte sich Man-Ki Kim zur Wehr, als ihm vorgeworfen wurde, er habe der Stadt Bonn mit seiner Firma SMI Hyundai die Bonität eines Weltkonzerns vorgetäuscht und sich an öffentlichen Geldern bereichern wollen…  Auch städtische Mitarbeiter sind in den Fokus der Staatsanwaltschaft geraten. Sie sollen dafür gesorgt haben, dass unberechtigt Landesmittel auf das Konto der UNCC flossen“ (aus: JUVE,  „Trümmerfeld WCCB„).

Man kann davon ausgehen, dass die Anwälte der Kanzlei HammPartner die Ex-OB bei ihrer Zeugenaussage gut beraten werden, so dass auch die damals noch von ihnen in aller Vorsicht geäußerte Aussage im Strafverfahren in der Versenkung verschwinden kann. Die lautetet: „Oft handelt es sich hierbei um namhafte Verfahren, wie beispielsweise die Vertretung von Bonns ehemaliger Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann gegen die Vorwürfe der Bestechlichkeit und Untreue in einem besonders schweren Fall.“

Sollte das so sein, dann liegen Lisa Inhoffen und Rita Klein vom Bonner GA richtig:  „Es wird ihr erster Auftritt im Bonner Landgericht im Zusammenhang mit dem WCCB-Bauskandal sein und so darf man hinzufügen, mit Hilfe der Justiz vermutlich auch ihr letzter Auftritt. Dann wären alle bösen Geister gebannt und die Bundesstadt kann zur Tagesordnung übergehen…

Siehe auch: „Muss Bärbel Dieckmann in den Zeugenstand?“, Bericht des Bonner Presseblogs vom 10.08.2017

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