Bonner Rat beschließt Rückkehr des „Bundesbüdchens“

Bundesbüdchen Bonn 1
Bundesbüdchen Bonn 1
Bundesbüdchen Bonn 1

(Bonner Presseblog) Kaum zu glauben, aber nun ist es ziemlich amtlich: nach über zehn Jahren soll das Bundesbüdchen zurückkehren. „Der Rat hat beschlossen, Pächter Jürgen Rausch eine baureife Fläche zur Verfügung zu stellen“, berichtet der Bonner Generalanzeiger am 08.07.2017, nachdem bereits im Mai der WDR zum x-ten Male die Frage gestellt hatte: „Wohin mit dem Bundesbüdchen?“

Im Jahr 2006 war das denkmalgeschützte Gebäude, in dem einst WDR-Intendant Friedrich Nowottny (nach einer verlorenen Saalwette bei Thomas Gottschalk) Würstchen verkaufte, weggeschlossen worden. Es war bei den Bauarbeiten für das WCCB im Weg. Als im Rathaus am 07.09.2009 Gespräche zum späteren Standort des Bundesbüdchens anstanden, platzte der Termin. WCCB-Projektleiterin Evi Zwiebler, die damals schon öfter sauertöpfisch bei Pressekonferenzen neben Bärbel Dieckmann Platz genommen hatte, wollte nicht mehr.

„Nach Angriffen und Unterstellungen auf ihre Person hat Frau Zwiebler die OB gebeten, sie auch aus gesundheitlichen Gründen von ihrer Aufgabe als Projektleiterin des World CC Bonn zu entbinden. Die Oberbürgermeisterin (Anm.d.Verf.: die kurz darauf auch nicht mehr wollte, nachdem sie sich bei der WHH beworben hatte) hat dem Wunsch von Frau Zwiebler schweren Herzens entsprochen. Frau Zwiebler genießt weiterhin das volle Vertrauen der OB. Sie bleibt Amtsleiterin der Bürgerdienste, eines der größten Ämter der Stadtverwaltung“, hatte Stadtsprecher Friedel Frechen als emsiger „Skandalverhinderer“ auf Anfrage dem Kölner Stadtanzeiger am 04.09.2009 mitgeteilt.

Jürgen Rausch, bei Besuchen auf den dem Bauhof entsetzt über den Zustand des Büdchens, hatte immerhin eine Ergänzung zum alten Pachtvertrag vom 28.06.2006 von der SMI Hyundai für den provisorischen Holzkiosk erhalten. Unterzeichnet am 17.11.2008 von Dr. Michael Thielbeer.  Merkwürdig war, dass Young-Ho Hong dem Pächter jedoch kurz zuvor am 02.10.2008 mitteilte, die SMI – Hyundai sei für ihn nicht zuständig: „Bitte wenden Sie sich an Frau Zwiebler bei der Stadt Bonn.“ Dem Schreiben beigefügt waren die Vertragsexemplare.

Irgendwann, in den weiteren WCCB-Wirren, stellte dann Insolvenzverwalter Christopher Seagon, nun als Quasi-Eigentümer des Büdchens, der Stadt Bonn die Lagerkosten auf dem Bauhof in Höhe von 350,00 Euro monatlich in Rechnung. Der damalige im rheinischen Bermudadreieck Aachen-Köln-Bonn politisch gut durchtrainierte Stadtbaurat Werner Wingenfeld, ließ ihn jedoch abblitzen und erklärte dem WDR: „Ich gehe davon aus, dass das die normale Situation ist, dass ein Eigentümer für die Kosten seines Denkmals aufkommt.“

Der wollte aber vielmehr das denkmalgeschützte Büdchen verkaufen, worauf das Freilichtmuseum Kommern Interesse anmeldete. Daraus wurde bekanntlich nichts. Anschließend war die Solinger „Wunderwaffe“ Alexander Oliver Koch (hier rechts neben Ex-OB Nimptsch) im Einsatz, der das Horror-Kapitel World-Conference-Center Bonn zu einem guten Ende bringen sollte.

Pächter Jürgen Rausch blieb bezüglich des Schicksals seines Kiosk jedoch skeptisch: „Ich glaub überhaupt nichts mehr, aber was ich mir wünschen würde, ist, dass der Herr Koch so viel Kompetenzen kriegt, wie`n ganz normaler Unternehmer, der dann alles richtet“, erklärte er dem WDR.

Nun scheint die Geschichte doch noch ein gutes Ende zu nehmen und um bei der Historie zu bleiben: Bärbel Dieckmann, als „Mutti des WCCB“ könnte in die Fußstapfen von Intendant Nowottny treten, und wetten, dass sie nicht als Zeugin im WCCB-Schadensersatzprozess auftreten muss. „Der Zwischenstreit über die Frage, ob die Bonner Oberbürgermeisterin a.D. die Zeugenaussage verweigern darf“ ist bekanntermaßen noch nicht entschieden.

Gewinnt sie die Wette, wäre es mehr als fair, wenn sie sich bereit erklären würde einen Tag lang im neuen alten Büdchen den Bonner Steuerzahlern pünktlich zum Bundestagswahlkampf, SPD-Curry-Würstchen zu verkaufen.

 

Kommentar schreiben

Danke, daß Sie sich entschlossen haben einen Kommentar zu schreiben! Bitte beachten Sie, daß unsere Kommentare moderiert werden um zu verhindern, daß der Bonner Presseblog als Plattform zum Spammen missbraucht wird.

CAPTCHA-Bild