Stadtverwaltung will mehr Wohnraum schaffen

Neubaugebiet_Am Vogelsang
Neubaugebiet_Am Vogelsang
Neubaugebiet_Am Vogelsang

(Bonner Presseblog) Bonn wächst. Studien prognostizieren bis 2030 weiteren Zuzug, während in der Bundesstadt schon jetzt dringend benötigter Wohnraum fehlt. Um kurz-, mittel- und langfristig zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, verstärkt die Stadtverwaltung durch eine intensive Wohnbauland-Aktivierung ihre Anstrengungen.

Vor diesem Hintergrund hat der Rat der Stadt Bonn in seiner Sitzung am 30. März 2017 zwei richtungweisende Beschlüsse gefasst: Mit der Bereitstellung zusätzlicher Stellen im Dezernat für Planung, Umwelt und Verkehr soll die Zahl der Bebauungsplanverfahren spürbar erhöht werden. Gleichzeitig wurden Grundsätze eines Baulandmodells beschlossen, mit dem der Anteil des sozial geförderten und des preisgedämpften Wohnungsbaus in Bonn gesteigert werden soll, um der erhöhten Nachfrage in diesen Segmenten nachzukommen.

In diesem Zusammenhang hat der Rat auch festgelegt, in welchen räumlichen Bereichen Potentiale für den Wohnungsbau aktiviert werden sollen: vornehmlich im Bereich der Konversion (Umwandlung) baulich genutzter Flächen, der Verdichtung, der Baulückenschließung und zum Teil in der Neuerschließung verbliebener Baugebiete. Damit wird der Schwerpunkt der wohnbaulichen Entwicklung im Innenbereich der Stadt gesetzt.

Konzept zur Wohnbaulandaktivierung

Die Verwaltung greift diese Vorgaben nun auf und präsentierte dem Ausschuss für Planung, Verkehr und Denkmalschutz in der Sitzung am 5. Juli 2017 ein Konzept zur Wohnbaulandaktivierung. „Wir wollen die bauliche Nachverdichtung in Bonn aktiv gestalten und schaffen hierfür die notwendigen Voraussetzungen. Dabei wird es wichtig sein, eine angemessene Verdichtung vorzunehmen, die auch unter Berücksichtigung stadtökologischer Aspekte die hohe Wohnqualität Bonns sichert“, betont Stadtbaurat Helmut Wiesner.

Als erster Baustein dieses Konzeptes hat die Stadtverwaltung eine Methode zur systematischen Beschreibung, Erfassung und Bewertung von Potentialen für den Wohnungsbau entwickelt, die konkrete Handlungsempfehlungen zur Aktivierung der Potentialflächen zum Ziel hat. Die weiteren Bausteine umfassen Schritte einer aufsuchenden Beratung der Wohnungsbauakteure, einer Erhöhung der Akzeptanz der Innenentwicklung und die vorgesehene Beteiligung von Politik und Öffentlichkeit.

Es ist vorgesehen, bis Ende 2019 diese Wohnungsbaupotentiale für das gesamte Stadtgebiet zu erfassen. Grundstücke, die sofort oder kurzfristig bebaut werden können, sollen in ein umfassend aktualisiertes Baulückenkataster der Stadt aufgenommen werden. Die Einrichtung einer Kontaktbörse für Grundstückseigentümer und Bauträger wird geprüft. Größere Potentialflächen, für die Planungsrecht erst geschaffen oder geändert werden muss, werden in das Arbeitsprogramm der personell verstärkten Planungsverwaltung aufgenommen.

Das nun begonnene Programm zur Intensivierung der Wohnbaulandentwicklung soll dem stetigen Prozess der Baulandaktivierung einen deutlichen Schub geben. Über 1.200 neue Wohnungen werden zeitnah durch die kürzlich abgeschlossenen Bebauungsplanverfahren „Gallwitz-Kaserne/BGS-Halle“, „west.side“ und „Am Ledenhof“ entstehen. Anschließend können für etwa 1.000 weitere Wohnungen in den Bereichen „Sebastianstraße“, „Am Vogelsang“ und auf dem ehemaligen Zurich-Gelände die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Umnutzungen der Ermekeilkaserne und der ehemaligen medizinischen Poliklinik zu Wohnzwecken sollen folgen.

 

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