WCCB: Ein Skandalbau wird zur „Erfolgsgeschichte“ – aber um welchen Preis?

Kosten_des_WCCB-Projekts_im Vergleich_zu anderen_Bauskandalen_in_der_BRD_26_04_2013
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(Bonner Presseblog) Also jetzt seien wir doch mal ehrlich, das WCCB eine Erfolgsgeschichte??? Na klar, so wird es außerhalb des Bonn-Kölner Klüngel-Raums verkauft. Und jetzt, zumindest nach der Überschrift, heute morgen um kurz vor 6:00 Uhr auch vom WDR! Ob das was mit der Landtagswahl zu tun hat fragt sich da so mancher…

Nun lassen wir mal beiseite, dass Bärbel Dieckmann merkwürdigerweise nie belangt wurde, weil die Staatsanwaltschaft nichts wirklich Handfestes hatte ermitteln können. Kein Wunder! Eventuell hatte die Genossin sachkundige Helfer in Politiker- und Juristenkreisen? Auf jeden Fall war da irgendwas mit ihrer E-Mail-Adresse nicht in Ordnung (quasi eine frühe Hillary?), so der geschmeidige Verwaltungsadlatus Wilfried van Vorst vor Gericht. Nicht einmal zu einem Disziplinarverfahren hatte es dank der Kölner Regierungspräsidentin gereicht…

Und der schlitzohrige SPD-Mann Friedhelm Naujoks, der war als WCCB-„Controller“ so was von erfolgsbeseelt, dass er gleich mal um 25,7 Mio. Euro mit gefälschten Testaten locker machte, damit sich auf der Baustelle die Betonmischmaschine weiter dreht.

Und der fliegende Nimptschmann, der mittels GA-Pressebashing, ein paar Wellen am Rhein schlug, aber die Aufklärung so gut es ging verwässerte?

Aber lassen wir das und widmen uns dem WDR – Beitrag. Der birgt dann doch noch eine ganze Reihe Unsägliches, was wir aber gar nicht so genau wissen wollen, denn morgen muss Landesmutti Hannelore K. unbedingt die Wahl gewinnen, mit oder ohne Curry-Wurst.

Konzentrieren wir uns lieber auf die bisher nicht gelöste Frage, wie viel das WCCB nun tatsächlich gekostet hat. „Bis heute ist die Schadenshöhe unklar. Rund 250 Millionen Euro schätzen Kenner des Projekts – mindestens. Der städtische Haushalt wird dadurch jeden einzelnen Tag angeblich mit mehr als 20.000 Euro belastet“, sagt WDR-Rechercheur Jochen Hilgers.

Das dürfte leicht untertrieben sein, denn der Zeiger der Bonner Schuldenuhr zeigt beim Zifferblatt des „Worst-Case-Szenario“ auf 309 Mio. Euro. Allerdings muss die Uhr im Jahr 2015 irgendwann stehen geblieben sein. Immerhin zeigen die dazugehörigen Seiten des vom GA durchgeführten WCCB-Kassensturzes, dass „am Ende 325 Millionen Euro für Bonn stehen könnten.“

Bereits im April 2013 errechnete Wolfgang Wiedlich vom GA die Gesamtkosten auf jeweils 200.000.000 Euro für geschätzte und zusätzliche Kosten = 400 Mio. Euro.

Da mutet es schon merkwürdig an, wenn Dieter Brokschnieder, bekannt durch die Begebenheit mit Bärbel Dieckmann beim Sonderratssitzungs-Eklat, sich in der Kölnischen Rundschau vom 24.03.2017 ganz penibel an drei DIN-A 4 Blätter der Verwaltung orientiert. Auf denen stehen lediglich 284 + 2 Mio. Euro, das bedeutet für Brokschnieder: „fast 300 Millionen Euro“.

Der Bonner Generalanzeiger ist ein paar Tage später viel kritischer und berichet von einem „grandiosen Vertrauensverlust gegenüber der Verwaltung“ (was nun überhaupt nicht neu ist).

„Als er (Böckler von der Stabstelle Konferenzzentrum im Finanzdezernat) das aktuelle Zahlenkonvolut präsentierte, lockte er Klaus-Peter Gilles aus der Reserve. Der CDU-Ratsfraktionschef kritisierte, „der Aufwand für eine nachhaltige Instandsetzung des WCCB“ sei darin nicht enthalten. „So lange ich den nicht kenne, sind diese Zahlen für mich Schall und Rauch“, sagte er sichtlich verärgert.“

Es fehlen also in der Gesamtsaldierung die Instandsetzungskosten (= X Mio. Euro) und, was auch immer unter denTisch fiel, die Kosten für die jahrelange z.T. verschleppte Bearbeitung der Verwaltung (= Y Mio. Euro) und die dazugehörigen Kosten für die geplagten Stadträte (= Z Mio. Euro).

Mit den 25,7 Mio. Euro, die Friedhelm Naujoks dem Steuerzahler aus der Tasche zog und die von der Präsidentin des NRW-Landesrechnungshofes Prof. Dr. Brigitte Mandt (die u.a. unter Ex-Minister Jochen Dieckmann, dem Ehemann von Bärbel D. diente) merkwürdigerweise nicht zurückgefordert wurden, marschieren die Geamtkosten des WCCB wohl eher auf 400 Mio. Euro zu.

Berücksichtigt man alle sonstigen Imponderabilien, Gerichts- und Anwaltskosten zur Verteidigung der Schuldigen, Zinsen, Gebühren und das viele Kopierpapier, dann erscheint das wahrscheinlich, was als Schätzung am 07. April 2011 auf rhein:raum – online, so gut es damals ging, ermittelt wurde.

Es warEine halbe Milliarde Euro für´s WCCB„.

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